Blick auf den Abriss der Brückenteile A und B der Carolabrücke, im Hintergrund ist der Frauenkirche und der Kuppel der Kunstakedmie mit dem Engel „Fama“ zu sehen.

AUDIO: Bürgerschaft stimmt über Entwürfe ab (3 Min)

Beteiligungsprozess

Stand: 13.06.2026 11:07 Uhr

Ein Online-Voting konnte man zuletzt beispielswiese beim ESC erleben. Nun setzt auch Dresden beim Neubau der Carolabrücke darauf, den allgemeinen Favoriten so herauszufinden. Die finale Entscheidung über die Brückenentwürfe fällt jedoch woanders.

von MDR SACHSEN

Ab Samstag können Interessierte über ihren favorisierten Entwurf für den Neubau der Carolabrücke in Dresden abstimmen. Über das Online-Format „CarolaVote“ will die Stadtverwaltung die Bürgerinnen und Bürger weiterhin in den Wiederaufbau der eingestürzten Brücke einbeziehen.

Wie Baubürgermeister Stephan Kühn (Bündnis 90/ Die Grünen) vorab mitteilte, sollen die vier Entwürfe für die neue Brücke bewertet werden können. Außerdem sind Informationsversammlungen im Sommer geplant. Die Entscheidung fließe ebenso in die Vorlage an den Stadtrat ein wie das Votum einer internationalen Expertenkommission. Die Abstimmung im Rat solle im September folgen.

Baubürgermeister verspricht Transparenz

Kühn zufolge soll über das Bauwerk nicht hinter verschlossenen Türen entschieden werden: „Ganz im Gegenteil. Die Entscheidungsfindung einschließlich des Stadtratsbeschlusses wird transparent ablaufen.“ Die Stadt hatte für den Brückenbau vier Planungsbüros beauftragt.

Blick auf den Abriss der Brückenteile A und B der Carolabrücke, im Hintergrund ist der Frauenkirche und der Kuppel der Kunstakedmie mit dem Engel „Fama“ zu sehen.

Die Carolabrücke aus DDR-Zeiten war am 11. September 2024 teilweise eingestürzt. Monatelang war die Schifffahrt auf der Elbe beeinträchtigt. (Archivbild)

Die Entscheidung über die neue Carolabrücke wird nicht hinter verschlossenen Türen getroffen (…).

Stephan Kühn (Bündnis 90/Die Grüne) | Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften in Dresden

Initiative pocht auf Bogenbrücke

Ein Sprecher der Initiative Carolabrücke e. V. kündigte vorab an, für eine Bogenbrücke aus Sandstein zu stimmen. Auch sollten die Entwürfe es ermöglich, alle Brückenteile zu reparieren und deren Langlebigkeit zu testen. Der Fahrradclub ADFC verlangte in einer Stellungnahme ausreichend breite Radwege.

Die Stadt hatte den Planern klare Vorgaben gemacht: Die vierspurige Elbbrücke soll im Schnellverfahren als Ersatzneubau entstehen. Auch dürfe das Bauwerk die historische Stadtsilhouette nicht verdecken und müsse die Elbwiesen als Landschaftsschutzgebiet berücksichtigen, sagte Kühn MDR SACHSEN. Den Angaben zufolge soll der Brückenbau ab Frühjahr 2028 beginnen und bis 2031 beendet sein.

Mehr über die Carolabrücke und den Wiederaufbau

Blick auf den noch erhaltenen und den teileingestürzten Brückenzug der Carolabrücke.

Man sieht einen Architektenentwurf für die Carolabrücke in Dresden vom Architekturbüro FHECOR Deutschlanfd GmbH und TSSB Planungsgesellschaft

Carolabrücke Dialog

Diskussion mit Planungsbüros

MDR (flg/wim/kfu)/dpa