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Ein Standort eines Traditionsbetriebs aus NRW schließt. Viele Beschäftigte haben ihren Job verloren. Die wenigsten nahmen Angebote zur Übernahme an.
Neuss – Der ganze Protest war nicht erfolgreich. Obwohl Betriebsrat, Bürgermeister und die Belegschaft sich gegen die Schließung stämmten, war an der Entscheidung nicht zu verändern: Das große Thomy-Werk in Neuss ist endgültig dicht. Am Dienstag, 9. Juli, ging das letzte Produkt vom Band und das Unternehmen gibt das Werk auf.
Das Firmengebäude der Thomy-Nestlé-Werke im Hafen von Neuss: Das Werk wird vom Konzern aufgegeben. © Rech Via Www.imago-images.de/imago images/Rech
Im vergangenen Jahr hatte der Konzern Nestlé angekündigt, ihren Standort der Marke „Thomy“ nicht weiterzuführen. „Nach einer intensiven Prüfung wurde entschieden, die Planung zur Schließung des Werks in Neuss zu Mitte 2026 aufzunehmen“, hieß es damals in einer Pressemitteilung von Nestlé. Hintergrund seien die Preissensibilität der Verbraucher sowie gestiegene Kosten, die zuletzt zu Volumenrückgängen und Überkapazitäten am Werk in Neuss geführt hätten.
Kampf gegen Schließung erfolglos
Nachdem die Schließungspläne bekannt geworden waren, hatten die Beschäftigten mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten vor dem Werk protestiert. „Missmanagement vernichtet Arbeitsplätze“, stand auf einem rund zwölf Meter breiten Banner, das die Protestler am Werk aufgehängt hatten.
Auch der Bürgermeister der Stadt Neuss, Reiner Breuer, hatte sich auf die Seite der Beschäftigten gestellt und war laut eigenen Angaben im Austausch mit den Verantwortlichen von Nestlé: „Die Menschen, die tagtäglich mit Engagement und Können ihren Beitrag leisten, sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens. Sie verdienen Respekt und Perspektiven – keine Unsicherheit und Kündigungen. Der Wirtschafts- und Arbeitsstandort Neuss ist stark und die Unternehmen profitieren davon“, teilte das Stadtoberhaupt nach einer Werksbesichtigung in 2025 an.
Aber schnell wurde klar: Die Entscheidung des Konzerns war unumstößlich. Nun folgen die ersten Aufräum- und später erste Demontagearbeiten. Die Senf- und die Tubenproduktion werden nun zum Thomy-Standort nach Lüdinghausen verlagert. Laut Medienberichten habe Nestlé 30 Mitarbeitern angeboten, einen Job in Lüdinghausen zu übernehmen. Nach Kenntnis des Betriebsrats hätten zwei dieses Angebot angenommen, berichtete die Neuß-Grevenbroicher Zeitung. Insgesamt 148 Jobs gingen verloren.