Ein Tornado der Bundeswehr im Landeanflug auf den Hamburger Flughafen.

AUDIO: Letzter Tornado soll Hamburg verlassen (1 Min)

Stand: 13.06.2026 15:08 Uhr

Die Militärübung am Hamburger Flughafen wurde am Freitag beendet. Wegen eines Triebwerksschadens konnte ein Tornado-Kampfjet jedoch noch nicht abreisen. Nach erfolgreichem Test soll er heute Nachmittag nach Jagel fliegen.

Das Triebwerk des zurückgebliebenen Tornados musste vollständig ausgetauscht werden. Vor dem Abflug war laut Bundeswehr ein Bodentest Pflicht: Die Maschine wurde ab 10 Uhr mindestens dreimal für jeweils 20 Sekunden voll hochgefahren – im nördlichen Bereich des Flughafens war das deutlich zu hören. Normalerweise finden solche Tests in speziellen Lärmschutzhallen statt, die es am Hamburger Flughafen für Militärmaschinen aber nicht gibt. Der Test verlief erfolgreich.

Letzter Jet startet am Nachmittag

Die übrigen fünf Maschinen des Luftwaffengeschwaders „Immelmann“ waren bereits am Vortag zu ihrem Heimatstützpunkt in Jagel (Schleswig-Holstein) zurückgeflogen. Der letzte Tornado soll im Laufe des Nachmittags folgen – damit verlässt auch er Hamburg noch einmal mit hörbarem Lärm.

12.06.2026 21:01 Uhr

Transparenzhinweis: In einer vorherigen Version des Artikels hieß es, dass alle sechs Flugzeuge bereits am Freitagvormittag Hamburg verlassen haben. Eine Sprecherin der Luftwaffe hatte dem NDR gegenüber gesagt, dass die Maschinen in Jagel gelandet sind. Dies ist nicht der Fall gewesen – nur fünf der sechs Maschinen sind in Jagel gelandet. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Bundeswehr übte Training für den Ernstfall

Geübt wurde am Hamburg Airport, wie die Kampfjets starten und landen. Aber auch, wie sich dies in die normalen Abläufe an einem zivilen Flughafen einbinden lässt. Insgesamt nahmen etwa 100 Soldatinnen und Soldaten an der Übung mit dem Namen „Dispersed Operations 2026 – Panther Shield“ teil – es gab knapp 40 Flüge mit den Kampfjets. Hintergrund des Trainings: Im Ernstfall sind laut Luftwaffe militärische Basen Ziele möglicher Angriffe. Streitkräfte sollen deshalb in der Lage sein, auf zivile Flughäfen auszuweichen. Die Übung sei Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Hamburg Airport sehr gut verlaufen, heißt es vom Luftwaffengeschwader.

Leonhard: „Die Weltlage gebietet es“

Eine Auswertung wird in den kommenden Tagen stattfinden. Geübt wurde unter anderem die Betankung und die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhardt (SPD) sagte: „Wir werden künftig häufiger solche Übungen sehen. Die Weltlage gebietet es, dass wir vorbereitet sind.“ Die Abläufe an einem zivilen Flughafen müssten trainiert werden. Das sei für den Krisenfall erforderlich. Ob die Luftwaffe noch einmal in Hamburg übt, steht noch nicht fest.

Kritik am Fluglärm

Kritisch äußerte sich der Dachverband der Fluglärmbetroffenen (BIG). Besonders belastend waren aus seiner Sicht die Starts und Überflüge am Mittwoch. Laut BIG gehören die Tornado-Kampfflugzeuge zu den lautesten Maschinen, die in Deutschland eingesetzt werden. Die Fluglärmgegner kritisieren nicht grundsätzlich die militärischen Übungen, sondern dass es zu wenig Informationen für betroffene Menschen gebe.

Für Beschwerden über Fluglärm hatte die Bundeswehr eine Hotline eingerichtet. Wie viele sich wegen der Übung bei der Bundeswehr beschwert haben, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Video:
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