Mit wachen Augen und vor allem ganz anderem Fokus gehen Kinder durch eine Stadt. Wie Kinder Wülfrath wahrnehmen und was sich hier verändern muss, ist das Thema eines neuen Projekts. Unter dem Titel „Kinderfreundliches Wülfrath“ ist das gemeinsame Sozialraumprojekt des Vereins Hilfe für Kinder e.V., der Stadt Wülfrath sowie den Familienzentren Ellenbeek und Düsseler Tor bereits im Mai gestartet, wie die Stadt nun mitteilt. Ziel des Projekts sei es, die Perspektiven von Kindern in die Stadtentwicklung einzubeziehen und Wülfrath kinderfreundlicher zu gestalten.
Die Kinder als Reporter im Stadtteil
In mehreren Phasen erleben Vorschulkinder seitdem ihre Stadt als Reporterinnen und Reporter: Sie erkunden ihr Wohnumfeld, fotografieren Orte, die ihnen gefallen oder missfallen, und äußern ihre Wünsche und Ideen für ein kinderfreundliches Wülfrath. Begleitet werden sie dabei von ihren Erzieherinnen, Eltern, Mitarbeitenden des Vereins und Mitarbeitenden der Verkehrspolizei.
Was würden Kinder als Bürgermeister ändern?
Wie bei vielen Projekten bestand der Auftakt aus vorbereitenden Gesprächen zwischen dem Verein, den Familienzentren und der Stadtverwaltung, um Logistik, Zeitplanung und Abläufe abzustimmen. Anschließend wurden die Kinder befragt: Was gefällt dir in deiner Stadt und was nicht? Was wünschst du dir für deine Stadt? Und auch diese Frage wurde gestellt: Was würdest du ändern, wenn du Bürgermeister wärst?
Erkundung bei Sozialraumspaziergängen
Auf Basis der Antworten planten die Projektteams sogenannte Sozialraumspaziergänge. Das heißt, in Kleingruppen besuchten die Kinder Orte in ihrer Umgebung und hielten ihre Eindrücke fotografisch fest. Die so entstandenen Bilder und Kommentare werden nun ausgewertet und in Poster-Präsentationen zusammengestellt.
Ergebnisse werden von den Kindern bei Kinderforen präsentiert
Ein Höhepunkt des Projektes kommt aber erst noch: Bei Kinderforen in den beiden Familienzentren Ende Juni und Anfang Juli präsentieren die Vorschulkinder ihre Ergebnisse dem Bürgermeister und der Verwaltung. Dazu sollen die Fotos und Anregungen in einem Booklet dokumentiert und an die Stadt überreicht werden, erklärt die Stadt.
Auch die Politik wird einbezogen
Etwa ein halbes Jahr später folgt ein „Nachgefragt“-Termin im Rathaus, bei dem die umgesetzten und geplanten Maßnahmen gemeinsam mit Politik und Verwaltung besprochen werden. Abschließend werden die Projektergebnisse auch dem Jugendhilfeausschuss vorgestellt.
„Mit dem Projekt ,Kinderfreundliches Wülfrath’ werden die Stimmen der Kinder ernst genommen – ihre Beobachtungen und Ideen tragen dazu bei, die Stadt aus Kinderaugen zu sehen und gemeinsam noch lebenswerter zu gestalten“, fasst die Stadtverwaltung das Ziel des groß angelegten Projekts zusammen.