Es ging zuletzt selten gut aus in Wuppertal, wenn Ratsfraktionen einen Dezernenten auserkoren hatten und bei den anderen Fraktionen um Zustimmung baten. Im Fall von Hagen W. Lippe-Weißenfeld, der am kommenden Montag im Wuppertaler Stadtrat zum neuen Dezernenten für Kultur, Sport, Sicherheit und Ordnung in der Nachfolge von Matthias Nocke gewählt werden soll, scheinen die Dinge anders zu liegen: Lippe-Weißenfeld darf offenbar auf ausreichend Zustimmung zählen. Während die Fraktion Die Linke den Mann aus dem alten Adelsgeschlecht wohl ablehnt und sich die Grünen, wie man hört, enthalten wollen, bekommt die Kooperation aus CDU und SPD im Rat in der Frage Lippe-Weißenfeld jetzt offensive Unterstützung von der Fraktion der FDP/WfW. Man unterstütze die Kandidatur ausdrücklich, ließen die Liberalen per Pressemitteilung verlautbaren. Lippe-Weißenfeld habe „bei seiner Vorstellung in unserer Fraktion einen sehr guten Eindruck hinterlassen“, heißt es. „Er bringt insbesondere für den Kulturbereich fundierte Fachkenntnisse, unternehmerische Erfahrung – auch im Umgang mit großen Kulturprojekten – sowie ein breites Netzwerk mit. Das sind wichtige Voraussetzungen, um bedeutende Vorhaben wie das Pina-Bausch-Zentrum erfolgreich voranzubringen und zugleich die bestehenden Kultureinrichtungen sowie die Freie Szene nachhaltig zu stärken“, so die Fraktionschefin Karin van der Most. Im Bereich Schutz und Ordnung müsse sich Lippe-Weißenfeld sicher einarbeiten, das traue man ihm aber zu. „Angesichts des ungewöhnlichen Zuschnitts des Dezernats wird man allerdings kaum einen Kandidaten finden, der in allen drei Aufgabenfeldern gleichermaßen über langjährige Expertise verfügt.“ Zudem habe der Kandidat aufgezeigt, wie man die Aufgabenfelder „sinnvoll miteinander verknüpfen“ könne.