Es geht erst in einer halben Stunde los, doch in der Maxstraße auf Höhe des Merkurbrunnens läuft bereits Musik – und die Stimmung ist gut. Zum diesjährigen Christopher Street Day (CSD) in Augsburg passt das Wetter, es ist warm, aber nicht zu heiß, dann und wann weht ein kräftiger Wind: Es gibt schlechtere Bedingungen für eine große Aktion, mit der die für die Rechte von queeren Menschen demonstriert werden soll, schlechtere Bedingungen auch, um zu feiern. Als sich der Demonstrationszug gegen 12.25 Uhr in Bewegung setzt, sind wohl die meisten der Menschen eingetroffen, die mitmachen wollen, auch wenn auf der Strecke immer mal wieder welche dazustoßen. Vorneweg ein Partytruck, dahinter viele, viele Leute, die bunte Kleidung tragen und Flaggen: Am Ende wird die Polizei davon ausgehen, dass 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei waren.

Christian Metz ist einer der Teilnehmer des diesjährigen Christopher Street Day in Augsburg.

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Christian Metz ist einer der Teilnehmer des diesjährigen Christopher Street Day in Augsburg.
Foto: Anna Kondratenko

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Christian Metz ist einer der Teilnehmer des diesjährigen Christopher Street Day in Augsburg.
Foto: Anna Kondratenko

Einer von ihnen ist Christian Metz aus Augsburg. Er ist früh da, während viele Demonstranten erst noch erscheinen. Er habe kurz überlegt, angesichts des tollen Wetters vielleicht etwas anderes zu unternehmen, sagt er und lacht. Aber wirklich nur kurz. „Es würde sich falsch anfühlen, heute nicht dabei zu sein“, es sei gerade jetzt wichtig. Wenn es sich einrichten lasse und er nicht arbeiten müsse, ist er regelmäßig beim CSD dabei, berichtet Metz. Emma Heinle, Vorsitzende des CSD-Vereines in Augsburg, hat vor der Veranstaltung gesagt, man wolle ein Zeichen für Zusammenhalt und Solidarität setzen, gerade in einer Zeit, in der der Christopher Street Day sich „nicht mehr ganz so leicht anfühlt, wie es schon einmal war“.

Christopher Street Day in Augsburg: Das waren die buntesten Outfits beim CSD

Christopher Street Day in Augsburg: Das waren die buntesten Outfits beim CSD

Tausende laufen zum Christopher Street Day am Samstag durch die Augsburger Innenstadt, um ein Zeichen für Toleranz zu setzen und gemeinsam zu feiern.

CSD in Augsburg: Tausende Teilnehmer beim Christopher Street Day

Es ist ein Eindruck, den viele Menschen hier teilen; längst nicht alle sind queer. Da ist, zum Beispiel, eine fröhliche Gruppe vom Verein „Rugby FC“, Männer und Frauen, die zusammen an der Demo teilnehmen, unverkennbar in Sport-Trikots gekleidet. Man habe queere Menschen im Team, sagt Luisa Ratzke, die man unterstütze; außerdem gelte Rugby zuweilen auch als toxischer Männersport, ein Klischee, dem man gerne etwas entgegensetzen wolle.

Luisa Ratzke und Joseph Musiol vom Rugby FC in Augsburg kurz vor dem Start des Demonstrationszuges.

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Luisa Ratzke und Joseph Musiol vom Rugby FC in Augsburg kurz vor dem Start des Demonstrationszuges.
Foto: Anna Kondratenko

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Luisa Ratzke und Joseph Musiol vom Rugby FC in Augsburg kurz vor dem Start des Demonstrationszuges.
Foto: Anna Kondratenko

Die Route des CSD führt an diesem Samstag über Rathausplatz und Leonhardsberg zum Jakobertor, vorbei an der City-Galerie und Moritzplatz, sie endet auf dem Rathausplatz. Dort beginnt gegen 15 Uhr ein Straßenfest, bei dem von musikalischen Acts über politische Gespräche auch eine Drag- sowie eine Einrad-Show geboten sind. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch – wer in der Maxstraße genau hinsieht, entdeckt auch die berüchtigten Poller, die bereits beim Christkindlesmarkt vergangenes Jahr im Einsatz waren. Dazu wird die Veranstaltung etwa von einem Sicherheitsdienst, dem Ordnungsamt sowie der Polizei begleitet.