Der Freitag, das sagen sie so ziemlich alle hier, der Freitag war phasenweise eher mau, gemessen an dem, was sonst so los ist. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass es der geilste Tag war“, so formuliert es ein Barkeeper, der hinter einem Tresen direkt auf der Ludwigstraße steht; am frühen Samstagnachmittag hat er noch Zeit für einen kurzen Plausch. Später geht das eher nicht mehr: Da es, anders als am Tag zuvor, nicht regnet, zeigt sich schnell, wie beliebt die Veranstaltung ist, wie gerne die Menschen auch herkommen. Manche – viele – sind zum zweiten oder dritten Mal hier, andere, wie Gabriele und Fritz Sailer, schauen sich erstmals um. Und sind ziemlich begeistert.

Die beiden stehen im Fronhof an einem kleinen Tisch, genießen die Sonne, die Stimmung, ein Bier. Es sei doch toll, was in Augsburg alles so auf die Beine gestellt werde, sagen sie. Sie haben keinen festen Anlaufpunkt an diesem Tag, keinen speziellen Auftritt, den sie sehen wollen, keine besondere Bühne, kein besonderer Stand; sie lassen sich einfach treiben.

Die besten Bilder vom Augsburger Theaterviertelfest am Samstag

Reportage: Tausende Leute strömen zum Theaterviertelfest

Kunst, Musik und Feiern: Im Viertel beim Augsburger Staatstheater ist am Wochenende viel geboten. Ein Rundgang in Bildern am Samstag.

Kein schlechter Plan. Denn es gibt viel zu entdecken und zu erleben beim dritten Theaterviertelfest, das auch Leben und Kultur an Orte bringt, die man dafür nicht unbedingt auf dem Schirm hat. Das Parkhaus in der Ludwigstraße ist normalerweise selbst für Maßstäbe von Parkhäusern ein trister Ort, während des Wochenendes ist es ein Gebäude, das Kunst beherbergt. Die einzelnen Parkdecks sind autofrei und Flächen für Ausstellungen und Musik, auch wenn, wie Claudia Specht sagt, es vielleicht nicht zu allen Besuchern herumgesprochen hat. Specht präsentiert große Fotos in einem Teil des Parkhauses, gleich gegenüber steht ein Klavier; zwei Mal täglich spielt das Duo „Koko“ hier Konzerte.

Tausende Leute strömen zum Theaterviertelfest, Auf dem Bild sind Gabriele und Fritz Sailer.

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Tausende Leute strömen zum Theaterviertelfest, Auf dem Bild sind Gabriele und Fritz Sailer.
Foto: Anna Kondratenko

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Tausende Leute strömen zum Theaterviertelfest, Auf dem Bild sind Gabriele und Fritz Sailer.
Foto: Anna Kondratenko

Theaterviertelfest 2026: Zehntausende Menschen strömen zur Veranstaltung nach Augsburg

Überall Sitzgelegenheiten, Bühnen, Stände, Gewusel, Auftritte. Auf der Grasfläche im Fronhof toben Kinder auf etwas herum, das sich vielleicht als Hüpfwurst oder Hüpfwurm beschreiben lässt, ein langer, aufgeblasener Schlauch, der durch die Bewegungen der Kleinen hin- und herrollt. Wenn das Ding mal stehen bleibt, hüpfen die Kinder drauf; es sieht nach einem großen Spaß aus.

Wie viele Besucher wohl die diesjährige Auflage des Festes anzieht? 2024, zum Start, waren es gut 18.000 gewesen, 2025 schon 25.000, das ist zumindest die Schätzung der Veranstalter. 2026, sagen Richard Goerlich und Raphael Brandmiller am späten Samstagnachmittag, sehe es so aus, als würden es noch einmal mehr. Also vielleicht 30.000 Besucher, die es werden, bis in der Nacht das letzte Bier ausgeschenkt wird oder die letzte Weinschorle. Trotz des teils verregneten Freitags. Das Fest hat sich etabliert. Brandmiller sagt, es sei ein „fester Marker im Veranstaltungskalender“ geworden.

Szene vom Eröffnungstag des Theaterviertelfestes. Am Freitag herrschte teils Regen – dennoch kamen tausende Besucher auf die Veranstaltung.

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Szene vom Eröffnungstag des Theaterviertelfestes. Am Freitag herrschte teils Regen – dennoch kamen tausende Besucher auf die Veranstaltung.
Foto: Peter Fastl

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Szene vom Eröffnungstag des Theaterviertelfestes. Am Freitag herrschte teils Regen – dennoch kamen tausende Besucher auf die Veranstaltung.
Foto: Peter Fastl

Eingebettet war die Veranstaltung von Anfang an in eine größere Diskussion. Der Verein „Theaterviertel Jetzt!“, zu dem Goerlich und Brandmiller gehören, wollen auch einen Impuls für das Areal um das Theater herum setzen. Ein Ziel des Vereines ist die bauliche und kulturelle Entwicklung des Theaterumfelds; dafür haben die Verantwortlichen auch Begriffe wie „Theaterviertel“ oder „Theaterquartier“ geprägt, die zuvor nicht geläufig waren. Erst im November hatte es aus dem Verein teils scharfe Kritik am Verlauf der Theatersanierung gegeben, die grundsätzlich aber befürwortet wird. Goerlich sagte unter anderem, die vom neuen Architekturbüro Henn umgeplante Fassade fürs Betriebsgebäude an der Heilig-Kreuz-Straße gleiche „einem Bürozweckbau im Gewerbegebiet Gütersloh“. Es brauche darüber hinaus eine Umgestaltung des ganzen Umfelds statt nur einiger Straßen. Darauf angesprochen, sagt Goerlich jetzt, er erwarte schon, dass die Quartiersentwicklung nun vorangetrieben werde. Man habe aber Vertrauen in die neue Stadtregierung.

Wann das Theaterviertelfest im kommenden Jahr stattfindet, steht noch nicht fest. Viele Besucher und Besucherinnen wie Lisa Labus sind jedenfalls in den drei Jahren Fans der Veranstaltung geworden. Sie steht mit einer Freundin an einem kleinen Stand im Fronhof und genießt, wie sie erzählt, nicht zum ersten Mal „das Fest, das schöne Wetter, einen schönen Tag mit Freunden“. Keine schlechte Kombination.