Seenotretter helfen der manövrierunfähigen „Funny Girl“ vor Helgoland.

AUDIO: Nachrichten 18:00 Uhr – 13.06.2026 (4 Min)

Stand: 13.06.2026 22:51 Uhr

Glückliches Ende einer missglückten Schifffahrt: Am späten Samstagabend ist das am Mittag vor der Nordsee-Insel Helgoland havarierte Passagierschiff „Funny Girl“ mit 69 Menschen an Bord sicher in Cuxhaven angekommen. Laut Feuerwehr gab es keine Verletzten.

Nach der Alarmierung um 12.45 Uhr war zunächst ein Seenotrettungskreuzer dem Schiff zur Hilfe gekommen. Danach hatten dann Schlepper die nach einem Motorschaden manövrierunfähige Fähre stundenlang am Haken, bis sie schließlich gegen 22.15 Uhr den sicheren Hafen von Cuxhaven erreichte.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGZRS) hatte vorsichtshalber einen Rettungswagen zum Anleger geschickt, wie DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey dem NDR sagte. Unter den 69 Menschen an Bord (60 Passagiere und neun Crew-Mitglieder) befand sich demnach zumindest eine chronisch kranke Frau, die möglicherweise medizinische Hilfe benötigte. Laut der Feuerwehr Cuxhaven musste aber niemand vor Ort behandelt werden, nachdem das Schiff angelegt hatte.

Start am Morgen in Büsum

Das 68 Meter lange Schiff „Funny Girl“ war am Morgen von Büsum in Richtung der Nordsee-Insel Helgoland (Kreis Pinneberg) gestartet. Durch die Havarie wurde es rund fünf Kilometer östlich des Zielhafens unfreiwillig gestoppt. Anschließend trieb es fast zwei Stunden lang manövrierunfähig in der Nordsee, bevor das lange Abschleppmanöver begann. Über zwölf Stunden mussten die 69 Menschen an Bord ausharren, bevor sie schließlich in Cuxhaven an Land gehen konnten.

Stürmisches Wetter bei Rettungsaktion

Stürmisches Wetter auf der Nordsee hatte anschließend die Rettungsaktion der Helgoland-Fähre extrem erschwert. Bis zu sieben Windstärken mussten die Retter auf offenem Meer trotzen, wie der DGzRS-Sprecher mitteilte. Mit dem Erreichen des Elbe-Gebietes wurden die Bedingungen auf dem Wasser dann aber wieder einfacher.

„Tatsächlich haben wir sehr herausfordernde Bedingungen für eine Schleppfahrt mit einem Schleppanhang dieser Größe. Die ‚Funny Girl‘ ist 68 Meter lang und auch entsprechend schwer. Wir haben dort draußen bis zu sieben Windstärken vorhergesagt. 50, 60 km/h Windgeschwindigkeit sind das, bis zu drei Meter Seegang und Wind gegen Strom.“

DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey zur Rettungsaktion

Fähre nach Cuxhaven gezogen

Die "MS Funny Girl" treibt vor Helgoland.

Die „Herrmann Marwede“ schleppte die Fähre zunächst Richtung Festland. 69 Menschen waren an Bord.

Der Seenotrettungskreuzer „Hermann Marwede“ hatte die Fähre den Angaben zufolge am frühen Nachmittag Richtung Festland geschleppt – auf Helgoland sei ein Anlegen nicht möglich gewesen. Nach rund zwei Stunden nahm der deutlich größere Bergungsschlepper „Nordic“ das Schiff an den Haken, um es in Richtung Cuxhaven zu schleppen. Das sei unter den gegebenen Umständen sicherer, so die DGzRS.

Gegen 18 Uhr übernahm schließlich der kommerzielle Schlepper „Wulf 4“ in Begleitung eiens weiteren Schleppers das Seebäderschiff, da die „Nordic“ eigentlich nur in absoluten Notfällen zum Einsatz kommt, wie es hieß. Seit dem Abend beobachtete und begleitete die Besatzung des Seenotretterkreuzers „Hans Hackmack“ das Abschleppmanöver aus nächster Nähe, der DGzRS-Kreuzer „Hermann Marwede“ fuhr zurück Richtung Helgoland.

„Fair Lady“ bringt Helgoland-Besucher nach Büsum

In Cuxhaven soll die „Funny Girl“ der zuständigen Reederei Adler & Eils zufolge einer technischen Untersuchung unterzogen werden. So soll die Ursache des Defektes festgestellt werden. Für die Fahrgäste wurde ihre Weiter- oder Rückreise organisiert.

Das Passagierschiff „Helgoland“ übernahm nach Auskunft von Adler & Eils am Samstag die Rückfahrt für die „Funny Girl“ von Helgoland. Sie kam am Abend in Cuxhaven an. Von Cuxhaven aus startete schließlich die „Fair Lady“ zum Zielort Büsum, der dann ebenfalls am späten Abend erreicht wurde.

Fahrten mit der „Funny Girl“ zwischen Büsum und Helgoland fallen laut Reederei mindestens am Sonntag und Montag aus. Bereits gebuchte Online-Tickets für diese Tage werden demnach automatisch erstattet beziehungsweise von den Vorverkaufsstellen umgebucht oder ausgezahlt. Wann der Betrieb wieder aufgenommen wird, ist noch unklar.

Viele Schüler aus SH auf der Insel

Staffellauf auf Helgoland.

Beim Staffelmarathon waren Hunderte Schülerinnen und Schüler am Start.

Auf der Insel befinden sich an diesem Wochenende auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein, die am Samstagvormittag am Helgoland-Staffelmarathon teilgenommen haben. Laut Organisator Klaus Jens waren insgesamt 50 Schulen vertreten. Im Team sind je drei Jungs, drei Mädchen, ein Elternteil und eine Lehrerkraft an den Start gegangen – insgesamt waren 500 Schüler dabei. Gewonnen hat die Landschule an der Eider Wattenbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) bei den Grundschulen und das Johanneum Lübeck.

Helgoland-Fähre "Funny Girl" wird von zwei Schleppern in den Hafen von Büsum gebracht.

Die Fähre wird laut Reederei repariert und fährt ab Mittwoch wieder. Die genaue Ausfall-Ursache wird noch ermittelt. (07.10.2024)

Die Helgoland-Fähre "Funny Girl" im Hafen von Büsum.

Das Schiff wird laut Reederei repariert. Die genaue Ausfall-Ursache wird noch ermittelt. (07.10.2024)

Das Ausflugsschiff "Funny Girl". (Archiv: 29.8.2016)

Technischer Defekt

Vier Stunden lang trieb die Fähre „Funny Girl“ auf der Nordsee – ohne Strom und manövrierunfähig. Schlepper brachten sie in der Nacht nach Büsum. Die 250 Passagiere sind wohlauf. Die Ursache für den technischen Defekt ist noch unklar. (07.10.2024)