
AUDIO: Nachrichten 08:00 Uhr – 14.06.2026 (4 Min)
Stand: 14.06.2026 10:01 Uhr
Zum zweiten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik findet der Veteranentag statt. Grund für die Einführung ist laut Landesregierung die Würdigung der aktiven und ehemaligen Soldatinnen und Soldaten.
In ganz Deutschland finden in der nächsten Zeit rund um den 15. Juni Aktionen zur Ehrung der Veteranen und Veteraninnen im Land statt. Hintergrund ist ein Bundestagsbeschluss aus dem April 2024. Dort stimmte nach Angaben des Verteidigungsministeriums die Mehrheit der Abgeordneten dafür, einen Nationalen Veteranentag als Gedenktag zur Anerkennung und Würdigung einzuführen.
In Schleswig-Holstein wird heute die zentrale Veranstaltung in Husum (Kreis Nordfriesland) abgehalten. Organisatoren sind die Landesregierung und das Landesparlament. Insgesamt zahlten sie nach eigenen Angaben 60.000 Euro für den Tag.
Drei Soldatinnen und Soldaten bekommen Veteranenabzeichen

Auf dem Husumer Marktplatz wird am Sonntag, 14.06., der Veteranentag mit einem Bürgerfest gefeiert.
Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der St.-Marien-Kirche ist um 12 Uhr offizieller Beginn auf dem Marktplatz. Geplant ist ein Bürgerfest mit Musik, Informationsständen, Gesprächsrunden und Mitmachaktionen. Erwartet werden unter anderem Landtagspräsidentin Kristina Herbst (CDU), Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Husums Bürgermeister Martin Kindl (CDU). Außerdem wird das Veteranenabzeichen an drei Soldatinnen und Soldaten verliehen.
Veteranentag 2026 in SH wegen Kieler Woche vorverlegt
Fällt der Veteranentag wie dieses Jahr auf einen Werktag, ist die offizielle Feier eigentlich immer am darauffolgenden Wochenende angesetzt. „Weil aber an dem Wochenende die Kieler Woche beginnt, hat man sich dieses Jahr dazu entschieden, den Veteranentag vorzuziehen“, erklärt Frank Martin, Sprecher der Bundeswehr in Schleswig-Holstein. Die Befürchtung: Der Ehrentag für die Ehemaligen könnten wegen der Festivitäten in der Landeshauptstadt untergehen. Neben der Hauptfeier in Husum finden landesweit auch Nebenveranstaltungen statt.
Historiker: Bürger sehen die Notwendigkeit einer verteidigungsfähigen Bundeswehr

Veteranin oder Veteran wird man nicht automatisch. Laut Bundeswehr müssen Soldatinnen und Soldaten das Abzeichen beantragen.
Im Vorfeld betonte Ministerpräsident Daniel Günther die Bedeutung der aktiven Soldatinnen und Soldaten für das Land: „Gerade in dieser Zeit globaler Krisen und Spannungen brauchen wir eine starke Bundeswehr. Daher ist es umso wichtiger, das Engagement unserer Veteraninnen und Veteranen sichtbar zu würdigen.“ Für Günther gehören die Streitkräfte in die Mitte der Gesellschaft und verdienen ebenso öffentliche Anerkennung und Respekt.
Die Botschaft sei in der Gesellschaft angekommen, findet der Historiker beim Deutschen Marinebund Dr. Jann Witt. „Besonders seit dem Krieg in der Ukraine hat sich das Bild auf das Militär in der Gesellschaft positiv verändert“, konstatiert er. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger sehen laut Witt die Notwendigkeit einer verteidigungsfähigen Bundeswehr. „Ich habe das Gefühl, dass die Bevölkerung weiter ist als die Politik, wenn es um den Ausbau des Militärs geht“, kommentiert der Historiker mit Blick auf die angespannte internationale Sicherheitslage.
Bundeswehr in SH soll vergrößert werden
Doch dass sich seit der Zeitenwenden-Rede von Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) etwas in Bewegung gesetzt habe, will Jann Witt auch nicht verkennen. Dies bestätigt auch Bundeswehrsprecher Frank Martin und verweist auf die Anzahl an stationierten Streitkräften in Schleswig-Holstein: „Heute haben wir ungefähr 12.500 Streitkräfte hier stationiert. In den nächsten fünf Jahren soll dieser Wert aber deutlich steigen.“

Marine, Luftwaffe und Heer präsentierten sich in Eckernförde ganz volksnah. Mit Open Ship und Panzern zum Klettern.

In der Ratsfraktionen gibt es verschiedene Standpunkte, ob die Gespräche der Stadt mit der Bundeswehr weiterlaufen sollen.

Der 15. Juni ist der nationale Veteranentag. Am Landeshaus in Kiel fand zur Ehrung ein Bürgerfest statt.