Was für eine Blamage für alle Beteiligten. Da legt der Regionalverband Ruhr, in dem die Kommunen sich mit ihrer Kirchturmspolitik schon immer befehdeten, einen Regionalplan auf, der den Kiesabbau, aber auch die Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten regelt. Dabei verließ er sich, was den Kies angeht, aber auf Prognosen der Branche, die – so jedenfalls die Richter – nicht mehr den „aktuellen Tatsachengrundlagen“ entsprachen. Mit bestellten Horrorgutachten Einfluss auf die Politik zu nehmen, ist bei Unternehmen beliebt, war aber schon immer eine schlechte Idee. Dafür bekam die Kiesbranche nun die Quittung vom Oberverwaltungsgericht (OVG). Die Richter rügen den Regionalverband, der sich vor den Kies-Karren hat spannen lassen, werfen ihm „beachtliche Abwägungsfehler“ vor – und kippen den gesamten Regionalplan. Für die Region ist das dramatisch – viele neue Wohn- und Gewerbegebiete hängen nun in der Luft. Nichts kann mehr vorangehen im Ruhrgebiet.