Der Discounter Netto stellt künftig freie Stellplätze außerhalb der Kernöffnungszeiten an ausgewählten Filialen zur Verfügung. Anfang April startete das Projekt bundesweit an rund 150 Netto-Filialstandorten und mittlerweile ermöglicht Netto den Service auch in Wuppertal.

Das Unternehmen spricht von „Feierabendparken“ und will den Service in den kommenden Monaten an weiteren Standorten in Deutschland einrichten. An den Netto-Standorten an der Wichlinghauser Straße 14 und an der Carnaper Straße 105 besteht das Angebot schon seit Anfang Mai. „In der Zeit von 18 bis 8 Uhr können rund 20 Prozent der Stellplätze an den beiden Wuppertaler Netto-Filialen angemietet werden. Während der Öffnungszeiten sind unsere Stellplätze bis zu 90 Minuten kostenlos für Kundinnen und Kunden vorgesehen“, teilt Christina Stylianou als Leiterin der Unternehmenskommunikation auf Nachfrage der WZ mit. „Gleichzeitig bestehen außerhalb der Kerneinkaufszeiten freie Park-Kapazitäten, die mit unserem neuen Service-Feierabendparken von Anwohnerinnen und Anwohnern der beiden Wuppertaler Filialstandorte genutzt werden können.“ Der Service werde von Netto gemeinsam mit einem Parkraumbewirtschaftungsunternehmen angeboten. Die Frage, wie das Angebot in Wuppertal bisher angenommen wurde, ließ Netto unbeantwortet.“

„Der Sonntag ist
immer inkludiert.“

„Die Buchung erfolgt flexibel und schnell über die App beziehungsweise Website des jeweiligen Partnerunternehmens für Parkraumbewirtschaftung – zum Beispiel per Scan des QR-Codes auf den Parkplatzschildern“, so die Unternehmenssprecherin. Die Parkgebühren betragen demnach jeweils drei Euro pro Nacht, 16 Euro pro Woche und 40 Euro pro Monat. „Bei Buchungen an Samstagen oder bei Wochen- sowie Monatsbuchungen ist der Sonntag immer inkludiert.“

Die Stadtverwaltung teilt auf Nachfrage mit, sie sei „seit Längerem initiativ, gerade in Quartiersgebieten eine Entlastung für den Parkdruck zu erreichen“. Dabei würden insbesondere die Parkplätze von Nahversorgungseinrichtungen eine bedeutende Rolle spielen, so die Mitteilung vom städtischen Presseamt. Aber auch weitere private Stellplatzanlagen von beispielsweise größeren Unternehmen, Institutionen oder größeren Arbeitgebern habe die Stadtverwaltung dazu im Blick. „Werden diese Plätze außerhalb ihrer eigentlichen Nutzungszeiten verfügbar gemacht, kann der öffentliche Raum entlastet werden, ohne neue Flächen zu versiegeln“, so formuliert das Presseamt das Anliegen. Die Verwaltung werde „weiterhin initiativ bleiben und begrüße das Angebot von Netto. Auf die Frage, ob das Feierabendparken bei Netto auch auf die Initiative der Stadtverwaltung zurückzuführen sei, ging man beim Presseamt nicht weiter ein. Ziel sei eine sinnvolle Verteilung der Flächen. Gleichzeitig setze man mit dem geplanten Parkraumkonzept für die Nordstadt und das Luisenviertel (WZ berichtete kürzlich) auf „eine systematische und integrierte Betrachtung“ des Themas, und zwar durch Untersuchung unterschiedlicher Maßnahmen zur besseren Nutzung und Entlastung des Raumes. „Vor diesem Hintergrund freuen wir uns über die Initiative und würden es sehr begrüßen, wenn sich weitere Eigentümerinnen und Eigentümer an diesem Beispiel orientieren und offen dafür sind, ihre Stellplatzkapazitäten außerhalb der eigenen Nutzungszeiten für eine gemeinschaftliche Nutzung zur Verfügung zu stellen.