Die europäische Automobilindustrie steht unter starkem Wettbewerbsdruck. Foto: Hoang Linh
In einem Schreiben an die Mitglieder des Europäischen Parlaments schlugen drei Hersteller – die derzeit rund 60 % der europäischen Automobilproduktion ausmachen – die Einführung des „70/70“-Prinzips vor. Demnach müssten 70 % des Wertes der in der EU verkauften Fahrzeuge innerhalb der 27 Mitgliedstaaten erwirtschaftet werden. Diese Regelung würde für die gesamte Wertschöpfungskette gelten, von der Konstruktion über Forschung und Entwicklung bis hin zur Fertigung und Montage.
Der Vorschlag der Automobilhersteller kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die EU die Schaffung eines neuen Branchenrahmens zur Unterstützung der Elektrifizierung des Verkehrssektors erwägt.
Eines der Hauptziele ist die Stärkung der internen Lieferkette, die Verringerung der Abhängigkeit von externen Bezugsquellen und die Sicherstellung, dass Europa im globalen Wettlauf um die Elektromobilitätstechnologie nicht ins Hintertreffen gerät.
Laut Volkswagen, Stellantis und Renault stehen europäische Automobilhersteller derzeit vor beispiellosen Herausforderungen. Technologische Defizite in mehreren strategischen Bereichen, der Wettbewerbsdruck internationaler Konkurrenten sowie hohe Energie-, Produktions- und Regulierungskosten schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.
Die drei Unternehmen bekräftigten ihr Engagement für den Erhalt einer starken Produktionsbasis in Europa, doch dazu bedarf es eines pragmatischeren politischen Umfelds.
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Die Unternehmen riefen die EU außerdem dazu auf, die Maßnahmen zur Förderung von Investitionen in die regionale Fertigung zu verstärken, die Entwicklung der Batterieindustrie für Elektrofahrzeuge zu unterstützen und mehr regulatorische Flexibilität für Kleinwagen zu schaffen, um die Kosten für Elektrofahrzeuge für die Verbraucher zu senken.
Eine der Sorgen der Automobilhersteller besteht darin, dass sich die Marktnachfrage noch nicht auf das Niveau vor der Pandemie erholt hat. Laut Unternehmensangaben liegen die europäischen Verkaufszahlen immer noch rund 3 Millionen Einheiten pro Jahr unter dem Niveau von 2019. Dies erhöht den Druck auf den Übergang zu Elektrofahrzeugen, da die Hersteller sowohl hohe Investitionen in neue Technologien tätigen als auch mit einem langsamen Nachfragewachstum zurechtkommen müssen.
In dem Schreiben betonten die drei Unternehmen zudem ihr Ziel, der europäischen Mittelschicht sauberere, erschwinglichere und technologisch fortschrittlichere Fahrzeuge anzubieten. Um dies zu erreichen, argumentierten sie jedoch, dass die EU Maßnahmen zur Förderung der regionalen Produktion benötige, anstatt die Verlagerung von Lieferketten und Industrieanlagen ins Ausland weiterhin zuzulassen.
Volkswagen, Stellantis und Renault decken bis zu 60 % der europäischen Automobilproduktion ab. Foto: Hoang Linh
Die Automobilhersteller weisen auch die Ansicht zurück, dass die „Made in Europe“-Politik ein Ausdruck von Protektionismus sei. Laut diesen Herstellern schottet sich Europa nicht von der Welt ab, sondern versucht lediglich, der Verlagerung der Industrieproduktion in Drittländer entgegenzuwirken.
Derzeit machen importierte Autos etwa 26 % des EU-Automobilmarktes aus, und dieser Prozentsatz gilt als eine der Grundlagen für politische Entscheidungsträger, um die Abhängigkeit des Marktes von externen Lieferquellen zu beurteilen.
Beobachter glauben, dass die Vorschläge von Volkswagen, Stellantis und Renault die wachsende Besorgnis der europäischen Automobilindustrie über den Wettbewerbsdruck ausländischer Hersteller widerspiegeln, insbesondere im Bereich der Elektrofahrzeuge.
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(Synthetik)
Quelle: https://hanoimoi.vn/volkswagen-stellantis-va-renault-thuc-day-trien-khai-khuon-kho-san-xuat-tai-chau-au-1160430.html