Monza. Die BMW M Werksfahrer haben auf dem Autodromo Nazionale
Monza (ITA) einen unglücklichen zweiten Endurance-Cup-Saisonlauf in
der GT World Challenge Europe powered by AWS erlebt. In einem von
vielen Gelbphasen und Unfällen bestimmten Rennen fuhr die Nummer 98
von ROWE Racing mit Augusto Farfus (BRA), Raffaele Marciello (SUI)
und Jake Dennis (GBR) als bester BMW M4 GT3 EVO auf Rang fünf.
Kelvin van der Linde, Jordan Pepper (beide RSA) und Charles Weerts
(BEL) lagen nach starken Strategieentscheidungen ihres Teams WRT
lange auf Siegkurs, mussten sich kurz vor Rennende aber wegen einer
Full-Course-Yellow-Phase zum falschen Zeitpunkt aus dem Kampf ums
Podest verabschieden.
Auch ihre Teamkollegen um Lokalmatador Valentino Rossi (ITA) erlebten
ein bitteres Rennen. In einer chaotischen Startphase, in der mehrere
der Favoriten bei einem Massencrash ausschieden, kam der Italiener
zunächst einige Plätze nach vorn. Kurze Zeit später musste er seinen
#46 BMW M4 GT3 EVO aber mit einem Kupplungsschaden abstellen. Der #998
BMW M4 GT3 EVO vom Team ROWE Racing fuhr zunächst als Vierter im Gold
Cup über die Ziellinie, profitierte dann aber von einer nachträglichen
Strafe gegen einen Konkurrenten. Damit feierten Jens Klingmann, Tim
Tramnitz (beide GER) und Ugo de Wilde (BEL) wie beim Saisonauftakt in
Le Castellet (FRA) als Dritte ein Klassenpodium.
Grund zur Freude hatte im „Temple of Speed“ auch Oman Racing by
Century Motorsport: Ahmad Al Harthy (OMA), Javier Sagrera (ESP) und
Calan Williams (AUS) fuhren mit dem #42 BMW M4 GT3 EVO in der
Bronze-Kategorie als Dritte auf das Klassenpodium.
Das Rennen endete mit einem unglücklichen Unfall: Beim Restart nach
der Safety-Car-Phase kurz vor Ablauf der drei Stunden verbremste sich
van der Linde in der Anfahrt auf Kurve eins, fuhr auf den vor ihm
fahrenden Porsche auf, der daraufhin ins Schleudern geriet und weitere
Fahrzeuge traf. Zwei der involvierten Fahrer mussten daraufhin im
Medical Center untersucht werden. Die Rennleitung sprach nach dem
Rennen eine Strafe gegen van der Linde und den #32 BMW M4 GT3 EVO aus,
der daraufhin seinen siebten Platz verlor.
Stimmen nach dem Rennen.
Kelvin van der Linde (#32 BMW M4 GT3 EVO, Team WRT):
„Ich möchte mich bei allen Fahrern entschuldigen, die in den Unfall
involviert wurden. Es war eine sehr unglückliche Situation. Ich habe
den Bremspunkt in Kurve eins falsch eingeschätzt und versucht, einen
Unfall zu vermeiden. Leider hatte ich ein anderes Auto auf meiner
linken Seite und habe den Porsche getroffen, der dann ins Schleudern
geraten ist. Das Ergebnis ist schlimm und etwas, das niemand sehen
möchte. Es tut mir leid, was passiert ist, und ich bin froh, dass ich
beide Fahrer nach dem Rennen im Medical Center sehen konnte und sie in
Ordnung waren.“
Raffaele Marciello (#98 BMW M4 GT3 EVO, ROWE Racing, 5.
Platz): „Es war ein verrücktes Rennen mit viel zu
vielen Unfällen. Wenn man unser Pech heute bedenkt, haben wir am Ende
mit Platz fünf ein gutes Ergebnis eingefahren. Auch wenn es nicht
wirklich entscheidend ist, stehen wir im Vergleich mit den anderen
Pro-Fahrzeugen nicht schlecht da.“
Ugo de Wilde (#998 BMW M4 GT3 EVO, ROWE Racing, 3. Platz Gold
Cup): „Wenn man beachtet, dass wir von Startplatz 46 ins
Rennen gegangen sind, ist uns eine gute Aufholjagd gelungen. Es war
ein Rennen mit sehr vielen Unfällen, vielen Strategieentscheidungen,
und man brauchte natürlich ein bisschen Glück. Unter dem Strich haben
wir wichtige Zähler für die Meisterschaft im Gold Cup eingefahren. Wir
haben als Team stark zusammengearbeitet und werden unsere Lehren
ziehen, um so gut vorbereitet wie möglich nach Spa zu fahren.“