Filme im Giftschrank
Diese Berliner „Tatort“-Folgen dürfen nicht mehr im TV gezeigt werden
Aktualisiert am 14.06.2026 – 20:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Das bekannte „Tatort“-Logo: Zwei Filme aus der Reihe mit Berliner Ermittlern sind aus der Öffentlichkeit verschwunden. (Quelle: Winfried Rothermel)
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Manche „Tatort“-Folgen laufen seit Jahrzehnten als Wiederholung im TV – andere nie wieder. Zwei Berliner Episoden hat die ARD dauerhaft aus dem Programm genommen.
Zwei in Berlin spielende Folgen der bekannten Krimi-Reihe „Tatort“ sollen nach dem Willen der ARD nicht mehr im Fernsehen gezeigt werden. Sie hat der Sender laut der Internetseite wiewardertatort.de in den redensartlichen Giftschrank verbannt. Betroffen sind demnach Filme mit den Ermittlern Ernst Roiter (Winfried Glatzeder) und seinem Assistenten Michael Zorowski (Robinson Reichel).
In der 335. „Tatort“-Folge „Tod im Jaguar“ vom 9. Juni 1996 habe ein jüdischer Geschäftsmann im Mittelpunkt der Handlung gestanden, der durch ein Bombenattentat ums Leben kommt. Nach der Erstausstrahlung habe es laute Kritik an der Darstellung jüdischer Geschäftsleute in dem Film gegeben, so wiewardertatort.de weiter. Die Darstellung galt demnach als antisemitisch.
Ebenfalls nicht mehr zu sehen ist laut der Internetseite die „Tatort“-Folge „Krokodilwächter“ mit Winfried Glatzeder und Michael Zorowski. Sie sei am 10. November desselben Jahres ausgestrahlt worden – und seitdem weder im Fernsehen noch in einer Mediathek neu erschienen.
Filme im Giftschrank: „Tatort“-Folgen nicht mehr im TV
In diesem Fall ging es laut wiewardertatort.de aber nicht um eine politische Dimension. Vielmehr sei der Film deutlich hinter dem gewohnten Qualitätsniveau der Reihe zurückgeblieben. Aus Kostengründen sei dieser „Tatort“ nämlich mit Kameras gedreht worden, die schlechtere Bilder erzeugten.
Der Film habe obendrein politische Kritik nach sich gezogen, wie das Portal weiter berichtet. Hans-Otto Wilhelm, 1996 Medienbeauftragter der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und zuvor beim ZDF tätig, habe sich nach der Ausstrahlung öffentlich gegen den Film gestellt. Er habe die darin gezeigten Gewaltdarstellungen kritisiert und den Film als „brutal, sexistisch und menschenverachtend“ bezeichnet.
