Diese Niederlage tut besonders weh. Nicht weil die Langenfeld Longhorns gegen die Leipzig Lions klar unterlegen gewesen wären. Im Gegenteil. Über weite Strecken kontrollierte das Team von Head Coach Florian Hartmann die Partie im heimischen Jahnstadion, führte zwischenzeitlich deutlich und hatte die Gäste defensiv lange Zeit im Griff. Dennoch stand am Ende ein bitteres 21:22 auf der Anzeigetafel – die vierte Pleite im fünften Saisonspiel der German Football League (GFL) 2 Nord.

Damit verschärft sich die Lage der Longhorns weiter. Mit einer Bilanz von 1:4 rangiert Langenfeld mit den Minden Wolves am Tabellenende. Vor allem aber setzte sich ein Muster fort, das die Saison bislang prägt: Eine starke Defense hält die Mannschaft im Spiel, während die Offense zu selten die nötige Konstanz entwickelt, um enge Begegnungen zu entscheiden.

Nahezu perfekter Start für die Longhorns

Dabei begann der Nachmittag nahezu perfekt für die Gastgeber. Schon früh im ersten Viertel zeigte Quarterback Lucas Wevelsiep seinen vielleicht spektakulärsten Spielzug der bisherigen Saison. Unter starkem Druck wich der Spielmacher mehreren Verteidigern aus und brachte den Ball anschließend tief auf Hayden Amis. Der Kanadier setzte sich nach dem Catch gegen mehrere Tackles durch und vollendete den Spielzug zum frühen Touchdown. Nach erfolgreichem Extrapunkt führten die Longhorns mit 7:0.

Auch defensiv präsentierten sich die Hausherren zunächst hellwach. Die Defensive Line erzeugte konstant Druck auf Leipzigs Offense und zwang die Lions immer wieder zu Fehlern. Am Ende des ersten Viertels wurde die starke Defensivleistung sogar direkt auf der Anzeigetafel sichtbar: Die Longhorns stoppten Leipzig in der eigenen Endzone und erzielten einen Safety zum 9:0. Langenfeld kontrollierte das Geschehen und legte zu Beginn des zweiten Viertels nach. Nach einem gelungenen Drive übernahm erneut Amis Verantwortung und lief den Ball aus kurzer Distanz zum nächsten Touchdown – 15:0.

In der besten Phase kippt die Begegnung

Es war die beste Langenfelder Phase der Saison. Doch genau in diesem Moment kippte die Begegnung: Wevelsiep versuchte einen Pass über die Mitte, übersah dabei jedoch einen Leipziger Verteidiger. Die Interception wurde direkt zurückgetragen. Statt einer möglichen Vorentscheidung stand es plötzlich nur noch 15:6. Das veränderte die Dynamik der Partie spürbar. Leipzig gewann Selbstvertrauen, Langenfeld verlor es. Kurz vor der Halbzeit verkürzten die Lions per Field Goal auf 9:15.

Auch nach dem Seitenwechsel erwischte Langenfeld zunächst den besseren Start. Dante Anderson fing einen Pass der Leipziger ab. Die Lions blieben aber im Spiel – und nutzten ihre Chance. Gegen Ende des dritten Viertels erzielten die Gäste ihren ersten offensiven Touchdown des Nachmittags und gingen erstmals mit 16:15 in Führung. Doch Langenfeld blieb am Drücker: Wevelsiep fand Mitte des vierten Viertels Nathan Falconi mit einem sehenswerten Pass in der Endzone und brachte die Longhorns wieder nach vorne. Leipzig blieb jedoch geduldig, arbeitete sich noch einmal über das Feld und erzielte wenige Minuten vor dem Ende den entscheidenden Touchdown zum 22:21. Die Longhorns bekamen noch die Möglichkeit zur Antwort, fanden offensiv jedoch kein Mittel mehr.

Hayden Amis ist zu oft auf sich allein gestellt

Erneut zeigte Wevelsiep Licht und Schatten. Zwei Touchdown-Pässe verdeutlichen sein Potenzial. Gleichzeitig führten zwei Interceptions erneut zu entscheidenden Problemen. Insgesamt fehlt der Langenfelder Offense weiterhin die Konstanz. Amis bleibt dabei die mit Abstand gefährlichste Waffe im Angriff, während darüber hinaus zu selten verlässlich Gefahr entsteht. Auch die Offensive Line offenbarte erneut Schwächen und ließ ihrem Quarterback häufig nur wenig Zeit für seine Entscheidungen.

Mit nun vier Niederlagen aus fünf Spielen wächst der Druck auf die Mannschaft von Florian Hartmann weiter. Bereits am Samstag bietet sich im Jahnstadion gegen die Elmshorn Fighting Pirates die nächste Chance auf wichtige Punkte. Die Norddeutschen reisen mit einer Bilanz von 2:2 an und gelten als unangenehmer Gegner.