Durch ein Datenleck einer Tochtergesellschaft der Stadt München sollen über hunderttausend personenbezogene Daten von Münchner Schülern, Lehrkräften, Schulleitungen sowie Verwaltungs-, Kita- und Beschäftigten des Referats für Bildung und Sport (RBS) außerhalb der LHM Service GmbH (LHM-S) ins Darknet geraten sein. Hinzu kommen Interna der LHM-S selbst. Das geht aus einer Exklusivrecherche der Abendzeitung München hervor.

Tochtergesellschaft unter anderem für Schul-IT zuständig

Die vollständigen Datensätze seien über das Darknet transferiert worden und liegen der Abendzeitung in ihrem Ursprungszustand vor. Die Echtheit habe die Zeitung durch Kontakt zu Betroffenen verifiziert. Ihr liegen nach eigenen Angaben etwa Daten zu Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Schulen und Staatsangehörigkeiten vor.

Die LHM-S ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Landeshauptstadt München. Sie ist eigenen Angaben zufolge zuständig für die Betreuung der IT von rund 900 Schulen, Sportstätten und Kitas.

Das sagt ein Experte zum Vorfall

Die Tochtergesellschaft selbst habe sich laut Abendzeitung München bislang nicht zur konkreten Einstufung der Bestände geäußert. Eine interne Prüfung sei noch in vollem Gange. Es sei Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet und die Datenschutzaufsicht informiert worden. Zugleich äußerte die LHM-S einen „starken Anfangsverdacht“ gegen einen früheren Mitarbeitenden, der, so teilte das Unternehmen der Zeitung mit, an seinem letzten Arbeitstag im Jahr 2024 Daten „in erheblichem Umfang“ heruntergeladen und weitergegeben haben könnte.

Auch Münchens OB Dominik Krause äußerte sich zu den Vorfällen. „Sofern es Verstöße gegeben hat, müssen diese vollumfänglich aufgeklärt werden“, sagt dieser zur Abendzeitung. (AZ)