Ein Volksfest mit verschiedenen Fahrgeschäften und Buden.

AUDIO: Bargeldlos aufs Volksfest? (3 Min)

Bargeldloses Bezahlen

Stand: 14.06.2026 11:38 Uhr

Mancherorts ist man mit Bargeld immer noch besser dran, etwa auf Volksfesten oder Märkten. Lange nicht alle Schausteller und Verkäufer bieten Kartenzahlung an. Noch – denn tatsächlich wird die Option auch auf dem Rummel häufiger. Wobei gerade Großeltern ihren Enkeln gerne weiter den Fünfer in bar zustecken.

von Astrid Wulf, Mareen Mosler, MDR AKTUELL

Bargeldlos auf dem Rummel: Stefan Boos

Stefan Boos in seiner Fahrgeschäft-Bude

Eine freischwingende Looping-Gondel an einem langen Arm hängt gut 50 Meter über dem Boden: gleich wird sie schnell durch die Luft kreisen – inklusive jungen Männern auf den gesicherten Sitzen. 13 Grad und Regen schrecken die Menschen im Erzgebirge nicht ab – sie kommen trotzdem zur Annaberger KÄT, einem der größten Volksfeste in Sachsen.

Stefan Boos, der Betreiber des Fahrgeschäfts Booster Maxxx, sitzt trocken im Kassenhaus und verkauft Tickets. Zahlen können Kunden auch digital. „Corona hat das natürlich mit sich gebracht und die Technik hat sich für unsere Branche weiterentwickelt: die Funknetze sind deutlich stabiler. Wir haben sogar draußen einen kontaktlosen Automaten, wo das Ticket rauskommt, nur Karte dranhalten“, erklärt Boos. „Dann haben wir ein Kartengerät, was jeder kennt und natürlich das Bargeld. Man muss alles haben, in der heutigen Zeit.“

Bargeldlos auf dem Rummel: Ein Ticketautomat

Kontaktlos zahlen – geht an der Bude von Stefan Boos auch auf dem Rummel

Wir haben einen kontaktlosen Automaten, ein Kartengerät und natürlich das Bargeld. Man muss alles haben, in der heutigen Zeit.

Stefan Boos, Betreiber des Fahrgeschäfts Booster Maxxx

Fahrgeschäfte auf dem Rummel

Unterschiede bei alten und jungen Volksfest-Gästen

Ältere Menschen zahlen lieber bar, die jüngeren zunehmend auch gern mit Karte, beobachtet Boos. Auch Besucher aus dem nahen Tschechien freuten sich über bargeldloses Zahlen, weil sie nicht extra Euro tauschen müssen. Diese Volksfest-Gäste freuen sich über mehr Optionen beim Zahlen.

Eine Besucherin erzählt: „Es ist eine super Alternative zur Barzahlung geworden, ich habe das jetzt überall gesehen und hab gedacht: toll, hätte ich mir den Weg zur Bank sparen können.“ Eine andere erklärt: „Gern mit Kreditkarte, haben Bargeld dabei, aber man weiß ja nie, wie viel es am Ende noch wird. Eine weitere Besucherin berichtet, dass sie gern per Handy bezahle. So könne sie auch nichts verlieren. Eine ältere Frau betont, ihren Enkeln könne sie für den Besuch auf den Rummel nur Bargeld mitgeben.

Unsere Generation will Bargeld. Was machen wir denn mit unseren Enkeln? Soll ich ihnen die Scheckkarte in die Hand geben und sagen, hier haste fünf Euro?

Besucherin auf dem Rummel

Frau bezahlt mit Smartphone mittels PayPal-App in einem Laden an der Kasse

Mehrheit bezahlt auf dem Rummel mit Bargeld

Die meisten Kunden zahlen nach wie vor lieber bar, heißt es vom Bundesverband Schausteller und Marktkaufleute. Aber man wolle auch der steigenden Nachfrage nach bargeldlosem Zahlen gerecht werden und ein Großteil der Schausteller biete bereits Kartenzahlung an.

Ähnliches berichtet René Otto, Vorsitzender des Thüringer Schausteller Vereins. Auch bei ihm nehme die bargeldlose Bezahung zu. „Natürlich merkt man das vermehrt auch in größeren Städten, dass sich das dort schwerpunktmäßig sich erweitert – gegenüber den ländlichen Bereichen. Aber eins ist auch Fakt: der große Teil des Umsatzes wird über Bargeld generiert, aber die Kollegen bieten zu, denk ich mal, 80 Prozent auch die bargeldlose Zahlung an.

Der große Teil des Umsatzes wird über Bargeld generiert, aber die Kollegen bieten zu, denk ich mal, 80 Prozent auch die bargeldlose Zahlung an.

René Otto, Vorsitzende des Thüringer Schausteller Vereins

sah-schausteller

Schausteller setzt auf Bargeld – Nachfrage bisher zu gering

Aufs Bargeld verzichten wollen die Schausteller nicht: gerade bei großen, gut besuchten Volksfesten sei nicht immer auf die Technik Verlass.

Bargeldlos auf dem Rummel: Georg Pilz

Bei Georg Pilz wird nur mit Bargeld gezahlt.

Georg Pilz, der mit den wirbelnden Gondeln des „Breakdancers“ in der Region von Fest zu Fest reist, nimmt bisher kein digitales Geld an. „Weil die Nachfrage noch nicht so groß ist – fast gar nicht muss ich sagen“, erklärt Pilz. „Wir reisen hier mit nem kleinen Umkreis mit unserem Geschäft. Wir sind auf ’ner Distanz von 50 bis 100 Kilometern und wahrscheinlich ist die Mentalität der Leute doch immer noch so, hier lieber [mit] Bargeld zu bezahlen.“ Er geht aber davon aus, dass auch er die Kartenzahlung einführt– sobald die Nachfrage größer wird.

Ein Kettenkarussel auf einem Volksfest

Eine Frau bezahlt in einem Restaurant mit Bargeld