Mutterstadt / Metropolregion Rhein-Neckar – Die Unternehmensnachfolge entwickelt sich zur existenziellen Schicksalsfrage für die regionale Wirtschaft. Neueste Erhebungen zeigen eine drastische und wachsende Lücke zwischen abgabewilligen
Altinhabern und qualifizierten Nachfolgern. Der Wirtschaftsverband DIE JUNGEN UNTERNEHMER (Regionalverband Rhein-Neckar) warnt vor einem massiven Substanzverlust im Mittelstand und fordert ein radikales Umdenken sowie den Abbau bürokratischer Hürden.
Der deutsche Mittelstand altert rasant, und die Übergabe von Betrieben an die nächste Generation gerät ins Stocken. Laut aktuellen DIHK-Reports stehen bundesweit gut 9.600 fortzuführenden Unternehmen gerade einmal 4.000 interessierte Nachfolger gegenüber.
Diese Schere geht auch in der Metropolregion Rhein-Neckar immer weiter auseinander. Allein die IHK Rhein-Neckar verzeichnete zuletzt im Jahr fast 200 spezifische Nachfolgeberatungen und erreichte über 800 Personen bei Informationsveranstaltungen – ein deutliches Zeichen für den enormen und akuten Handlungsbedarf vor Ort.
Aus Sicht von DIE JUNGEN UNTERNEHMER liegt das Problem jedoch nicht per se an mangelndem Interesse der jüngeren Generation, sondern an den politischen und bürokratischen Rahmenbedingungen. Wer heute ein Unternehmen übernehmen oder
gründen möchte, sieht sich mit einem dichten Dschungel aus Bürokratie, komplexen steuerlichen Hürden beim Erbschaftsteuerrecht und erschwerten Finanzierungsbedingungen konfrontiert.
Fakten zur Nachfolgekrise in der Region Rhein-Neckar:
Hoher Beratungsdruck vor Ort: 135 Kurzberatungen und 37 Intensivberatungen der IHK Rhein-Neckar in nur einem Jahr spiegeln die wachsende Unsicherheit wider.
● Strukturelles Defizit: Bundesweit droht in den kommenden Jahren zehntausenden etablierten Betrieben das Aus – insbesondere im Gastgewerbe und im Einzelhandel übersteigt das Angebot an abzugebenden Unternehmen die Nachfrage massiv.
● Hürden für Nachfolger: Übermäßige Regulierung, langwierige Genehmigungsverfahren und mangelnde politische Planungssicherheit schrecken potenzielle Gründer und Nachfolger ab.
„Die aktuellen Zahlen sind ein unüberhörbarer Weckruf für unsere Region. Wenn wir den wirtschaftlichen Motor der Kurpfalz und des gesamten Rhein-Neckar-Raums nicht abwürgen wollen, müssen wir potenziellen Nachfolgern den roten Teppich ausrollen, statt sie in Bürokratie zu ersticken“, erklärt Michael Wetzel, Vorsitzender des Regionalverbands Rhein-Neckar von
DIE JUNGEN UNTERNEHMER. „Es gibt hochmotivierte junge Gründer und Nachfolger, aber der Staat macht es ihnen unnötig schwer. Wir brauchen dringend steuerliche Planungssicherheit beim Generationenwechsel und eine echte Willkommenskultur für Unternehmensnachfolger.“
Der Regionalverband Rhein-Neckar betont, dass die klassische familieninterne Nachfolge zwar weiterhin eine tragende Säule ist, externe Übernahmen jedoch stark an Bedeutung gewinnen. Damit diese gelingen, fordert der Verband eine stärkere Vernetzung von Wirtschaft, Kammern und Politik sowie eine gezielte Entlastung des Mittelstands von
administrativen Lasten.
Über DIE JUNGEN UNTERNEHMER: DIE JUNGEN UNTERNEHMER sind das Forum für junge Inhaber- und Gründerunternehmer bis 40 Jahre. Der Wirtschaftsverband repräsentiert die nächste Generation des deutschen Mittelstands und setzt sich branchenübergreifend für marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen, Generationengerechtigkeit und den Abbau von
Bürokratie ein. Im Regionalverband Rhein-Neckar vernetzt der Verband junge Wirtschaftstreibende der gesamten Metropolregion.
Quelle Bild/Text: Michael Wetzel Vorsitzender des Regionalverbands Rhein-Neckar von DIE JUNGEN UNTERNEHMER
Zuletzt aktualisiert am 15. Juni 2026, 09:22