Eine französische Kommission hat dem Justizsystem des Landes schwere Mängel bei der Verfolgung sexualisierter Gewalt an Kindern attestiert. In Frankreich bestehe ein »großes Missverhältnis zwischen dem Ausmaß der Gewalt und der Schwäche der strafrechtlichen Folgen«, teilte die Unabhängige Kommission zu sexueller Gewalt gegen Minderjährige (Ciivise) mit.
So würde bei Vorwürfen sexuellen Kindesmissbrauchs in mehr als sechs von zehn Fällen das Verfahren eingestellt. Nur drei Prozent der Täter würden verurteilt. Das sei »nicht hinnehmbar« und zeuge von einer »systemischen Funktionsstörung unseres Justizsystems«, teilte Ciivise mit.
Die Kommission war 2021 eingesetzt worden. Ende 2023 legte sie 82 Empfehlungen vor, wie sexualisierte Gewalt gegen Kinder besser bekämpft werden könne. In ihrem neuen Bericht teilte Ciivise mit, nur 28 Prozent der seither getroffenen Maßnahmen seien »vollauf wirksam«. Dieses Ergebnis sei »nicht zufriedenstellend«. Fortschritte gab es demnach unter anderem bei der Vorbeugung und dem Aufdecken von Verbrechen sowie bei der Spezialisierung von Ermittlern.
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