Baidu will seine autonomen Taxis künftig auch in Europa auf die Straße bringen, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Quellen mit Insiderwissen. Der chinesische Internetkonzern plane, seinen Dienst Apollo Go in der Schweiz und in der Türkei anzubieten. In der Schweiz erwäge der Konzern die Gründung eines eigenen Unternehmens, heißt es in dem Bericht und dass er dafür bereits mit dem Nahverkehrsunternehmen PostAuto verhandelt, einer Tochter der Schweizerischen Post. Tests sollen demnach Ende des Jahres beginnen.
Baidu, ursprünglich Betreiber einer Suchmaschine, beschäftigt sich schon seit knapp zehn Jahren mit dem Thema autonomes Fahren. 2017 initiierte der Konzern das Projekt Apollo, um die entsprechende Software zu entwickeln und diese kostenlos zur Verfügung zu stellen. Seit 2022 darf Baidu Robotaxis regulär einsetzen.
Autonome Autos aus China kommen nach Europa
Inzwischen jedoch wächst die Konkurrenz im Land, sodass Baidu und andere Akteure wie Momenta ins Ausland expandieren. Zunächst waren die USA das Ziel. Dort wird inzwischen jedoch stärker reguliert, weshalb die Unternehmen andere Regionen ins Auge fassen. Dazu zählen Japan, Singapur sowie der Nahe Osten und eben Europa. WeRide etwa hat im vergangenen Jahr ein Projekt in Frankreich zusammen mit Renault initiiert und ist ebenfalls in der Schweiz aktiv.
Analysten rechnen damit, dass Robotaxis in Europa wegen der vergleichsweise hohen Personalkosten für Fahrer ein gutes Geschäft sein können. Allerdings verweisen sie auch darauf, dass die Regulierung in der Europäischen Union ein Hindernis darstellen kann. „Es wird einige Zeit dauern, bis die Sicherheitstests die Regulierungsbehörden überzeugen“, sagte Kai Wang von Morningstar dem Wall Street Journal.
Allerdings sind Baidu sind die chinesischen Unternehmen hier nicht konkurrenzlos: PostAuto etwa hat bereits 2016 den Einsatz autonomer Busse getestet. In Hamburg will die VW-Tochter Moia in diesem Jahr einen Dienst mit autonomen Sammeltaxis starten.
(wpl)