Wenige Tage nach Protest in Berlin
Semyon Skrepetsky in Polen erschossen
Aktualisiert am 16.06.2026 – 12:15 UhrLesedauer: 1 Min.
Semyon Skrepetsky bei seinem Protest vor der russischen Botschaft in Berlin. (Quelle: IMAGO/Vasily Krestyaninov/imago)
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Der russische Künstler Semyon Skrepetsky ist in Polen ermordet worden. Noch vor wenigen Tagen hatte er in Berlin protestiert.
Der russische Künstler und Putin-Kritiker Semyon Skrepetsky ist im Osten Polens auf offener Straße erschossen worden. Auf den 44-Jährigen seien mehrere Schüsse abgegeben worden, sagte ein Polizeisprecher der Woiwodschaft Lublin der polnischen Nachrichtenagentur PAP zufolge. Tatort war demnach die Stadt Biała Podlaska, die etwa 35 Kilometer vor der Grenze zu Belarus liegt.
Noch am 12. Juni hatte Skrepetsky mit einer Stalin-Karikatur vor der russischen Botschaft in Berlin demonstriert.
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Dem Hergang nach sehe es nach einer geplanten Tötung aus, sagte der Polizeisprecher. „Wir kennen aber das Motiv des Täters bisher nicht“, sagte er. Gefasst werden konnte der Schütze noch nicht.
Die polnische Polizei nannte keine Namen; russische und belarussische Oppositionsmedien bezeichneten den Toten als Aktionskünstler und Karikaturisten. Die belarussische Exiljournalistin Hanna Liubakova gab schließlich den Tod von Semyon Skrepetsky bekannt, der mit bürgerlichem Namen Robert Kuzowkow hieß. Er habe sich mit Spottzeichnungen über Kremlchef Wladimir Putin, den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko und Sowjetdiktator Josef Stalin einen Namen gemacht. Er lebte seit 2021 in Polen im Exil.
Russlands Staatschef Wladimir Putin setzt seine Geheimdienste zunehmend auch im Westen ein. Erst im März hatte die Bundesanwaltschaft in Nordrhein-Westfalen eine Festnahme durchgeführt. Der Verdächtige soll Drohnenkenntnisse an russische Geheimdienste weitergereicht haben.
