Fahne mit Logo der Gewerkschaft IGBCE

Stand: 16.06.2026 13:28 Uhr

Im Umfeld der IGBCE-Jugend soll es zu „systematischem Sexismus und Belästigung durch Verantwortliche“ gekommen sein. Die Gewerkschaft mit Sitz in Hannover lässt die Vorfälle von einer Kanzlei prüfen.

Es gebe Hinweise auf „nicht zu akzeptierende Vorfälle von Fehlverhalten“, teilte die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) am Dienstag mit. Die Gewerkschaft sei „sehr betroffen“. „Diskriminierung, sexuelle Belästigung, Homophobie oder andere Formen grenzüberschreitenden Verhaltens stehen im klaren Widerspruch zu unseren Werten und unserem gewerkschaftlichen Leitbild“, hieß es in der Mitteilung. Die Gewerkschaft habe eine unabhängige, externe Kanzlei damit beauftragt, die Vorfälle zu prüfen und aufzuarbeiten. Um welche Vorwürfe es konkret geht, wurde nicht bekannt gegeben. Bis zum Abschluss der Aufarbeitung will sich die Gewerkschaft zu Details nicht öffentlich äußern.

IGBCE hat „Sofort-Maßnahmen“ ergriffen

Die Vorwürfe richten sich „gegen teils ehemalige, teils noch für die IGBCE tätige Mitarbeitende im Zusammenhang mit ihrer gewerkschaftlichen Tätigkeit“, teilte die von der Gewerkschaft beauftragte Kanzlei mit. Nach Angaben der IGBCE gibt es innerhalb der Gewerkschaft Anlaufstellen und verbindliche Verfahren bei Hinweisen und Beschwerden auf Sexismus oder Belästigung. Dazu gehörten beispielsweise ein Hinweisgebersystem oder speziell geschulte Awareness-Teams bei größeren Veranstaltungen. Bei Verstößen werden laut Gewerkschaft „Maßnahmen ergriffen“ – etwa arbeitsrechtliche oder organisationsrechtliche Konsequenzen. Auch im Zuge der aktuellen Vorwürfe seien „erste Sofort-Maßnahmen“ ergriffen worden. Es dürfe aber keine Vorverurteilung erfolgen, teilte die IGBCE mit.

Gewerkschaft zählt eine halbe Million Mitglieder

Die IGBCE gehört mit rund 560.000 Mitgliedern zu den größten Gewerkschaften Deutschlands. Sie vertritt unter anderem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus den Bereichen Bergbau, Chemie, Glas, Kautschuk, Leder, Energie oder Papier. Die Gewerkschaft hatte die Vorwürfe am Dienstag selbst öffentlich gemacht.

Was ist systematischer Sexismus?

Als systematischer oder auch struktureller Sexismus wird die Benachteiligung einer Person aufgrund von Geschlechterstereotypen bezeichnet. Diese Vorurteile und Verallgemeinerungen aufgrund des Geschlechts sind tief in der Gesellschaft und ihren Institutionen verankert. Laut dem Bündnis gegen Sexismus wirkt sich das vor allem auf Frauen aus: Struktureller Sexismus zeigt sich zum Beispiel in der Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen (auch Gender-Pay-Gap genannt) oder darin, dass es Frauen statistisch gesehen schwieriger haben, in Führungspositionen aufzusteigen.

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Das hat eine Umfrage des Marburger Bundes unter 1.100 Ärzten in Niedersachsen ergeben. Die Gewerkschaft fordert Veränderungen.

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Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ hatte der DGB zu Demos und Kundgebungen aufgerufen.

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