Endlich hat das Schauspiel Duisburg seine Pläne für die kommende Spielzeit 2026/27 bekannt gegeben. Es ist die letzte unter der künstlerischen Leitung von Michael Steindl, die diese Sparte über zwei Jahrzehnte entscheidend prägte, inzwischen aber entnervt hinwarf Kostenpflichtiger Inhalt (die RP berichtete).

Gegenüber der Presse schmunzelte Steindl jetzt zunächst, ein missmutiger alter Mann auf dem Cover des neuen Spielzeitheftes sei schon bezeichnend, und redete sich später in Rage: „Wir laufen in übelste Kürzungsdebatten hinein. Wir sind aber keine elitäre ,Hochkultur‘ – jeden Cent, den die Stadt in die Kultur steckt, bekommt sie fünffach wieder zurück, das geht in diese Köpfe nicht hinein!“

Die anwesende Bürgermeisterin Edeltraud Klabuhn versicherte der Kultur ihre Unterstützung: „Ohne Kultur keine Demokratie. Der Anteil der Kultur am städtischen Haushalt beträgt nur 1,7 Prozent, da kann man nicht mehr viel kürzen.“

Eröffnet wird die neue Spielzeit am 26. September im Foyer III unter dem Dach des Duisburger Theaters durch das Junge Ensemble „Spieltrieb“ mit der Premiere „Die Laborantin“. Ella Roads ebenso leichtfüßige wie beklemmende Dystopie, in der ein einfacher Bluttest über das Schicksal der Menschen entscheidet, wird in Szene gesetzt von Michael Steindl.

Ab dem 4. Oktober bringt der „Spielkorb“ regelmäßig Kindertheater ins Foyer III, beginnend mit „Des Kaisers neue Kleider“ nach dem Märchen von Hans Christian Andersen. Das diesjährige „Weihnachtsmärchen“ ist ab dem 13. Dezember „Die drei ??? Kids – Zirkus der Rätsel“.

Ein besonderes Ereignis wird das Gastspiel des Berliner Ensembles am 10. und 11. Februar im Großen Saal mit „De Profundis“ nach Oscar Wilde, als Ein-Mann-Show für den Star-Schauspieler Jens Harzer (er ist übrigens der Mann auf dem Cover).

Das Theatertreffen der 48. Duisburger Akzente unter dem Motto „Ab ins Freie!“ startet am 19. und 20. Februar mit dem Staatsschauspiel Dresden und „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare. Am 6. März ist dann die Premiere der Eigenproduktion „Hedda Gabler“ nach Henrik Ibsen, mit den in unserer Stadt besonders beliebten Stars Friederike Becht und Roland Riebeling.

Als weitere Sensation kommt am 10. April im Foyer III die Uraufführung „Kind aus Seide“ von Leonie Ziem. Der renommierte Rowohlt-Verlag hat die Uraufführungsrechte an das Schauspiel Duisburg vergeben und zugestimmt, dass „Kind aus Seide“ nicht mit Profis, sondern mit jungen Menschen aus dem Jugendclub „Spieltrieb“ umgesetzt wird. Es geht darin darum, ob das Verlangen nach einem künstlichen Gegenüber auch Liebe sein kann oder bloß Liebe zum Konsum.

Am 9. und 10. Juli lernen wir „Wunder“ kennen, das ist die neueste Produktion des kultigen Maskentheaters Familie Flöz.