Tor-Garant mit starkem
Jahr und alter Liebe im Rücken
Der
29-Jährige kam erst vor einem Jahr ablösefrei vom SV Meppen an die Hafenstraße
und legte nach holprigem Start einen starken Lauf hin. In 34 Pflichtspielen
traf der 1,95-Meter-Stürmer 15 Mal, im Schnitt alle knapp 100 Minuten – ohne
einen einzigen Elfmeter. Auffällig: Janssen stand nur 15-mal in der Startelf,
war also oft Joker, und trotzdem bester Schütze des Teams.
Kein
Wunder, dass sein Name nun wieder in Meppen auftaucht. Dort genießt er nach 38
Toren in 81 Pflichtspielen zwischen 2022 und 2025 noch immer hohes Ansehen, die
Emsländer suchen nach dem Abgang von Julian Ulbricht erneut einen
Strafraumstürmer. Auch der SV Wehen Wiesbaden sowie weitere Klubs aus dem In-
und Ausland sollen Janssen auf dem Zettel haben – offiziell hält sich aber noch
jeder bedeckt.
Passt der Sturmtank noch zum RWE-Plan?
Brisant:
Die Diskussion um Janssen wird weniger von seinen Zahlen als von der Spielidee
befeuert. Intern gibt es dem Vernehmen nach Zweifel, ob der wuchtige Angreifer
langfristig zum angestrebten, laufintensiven Stil unter Trainer Uwe Koschinat
passt. Gerade im läuferischen Bereich sehen einige Verantwortliche offenbar
Limits.
Parallel
halten sich hartnäckig Gerüchte, dass Essen einen weiteren Mittelstürmer sucht.
Namen wie Christoph Daferner (Dynamo Dresden) oder Moritz Flotho werden
regelmäßig mit RWE verknüpft. Das sendet ein klares Signal: Im Sturmzentrum
wird geprüft, nachgeschärft – und niemand kann sich sicher fühlen, selbst nicht
der beste Schütze.
Berater-Ärger und Vertrag bis 2027
Zusätzliche
Schärfe bekommt die Lage durch die Kommunikation hinter den Kulissen. Janssens
Berater kritisierte öffentlich, sein Spieler sei über die interne Einschätzung
nicht direkt informiert worden und habe zuerst aus den Medien erfahren, wie
über seine Zukunft gedacht werde. Das sorgt für Unruhe – und nährt den
Eindruck, dass das Verhältnis nicht völlig ungetrübt ist.
Fakt
ist: Janssen besitzt bei Rot-Weiss Essen noch einen Vertrag bis 2027. Rein
formal sitzt der Klub damit am längeren Hebel, gleichzeitig öffnet ein Stürmer
mit dieser Quote automatisch Türen auf dem Markt. Ob er bleibt oder geht, hängt
am Ende daran, wie konsequent RWE den eigenen Stil umbauen will – und ob
irgendwo ein Verein bereit ist, dem Torjäger die Rolle zu geben, die seine
Zahlen nahelegen.
- 15 Tore in 34 Pflichtspielen machen Janssen zum
besten Schützen der letzten RWE-Saison - Ex-Klub Meppen, Wehen Wiesbaden und weitere
Vereine sondieren seine Situation - Trotz Vertrags bis 2027 steht seine Zukunft in
Essen wegen Spielstil-Zweifeln und Berater-Ärger auf der Kippe