Stand: 16.06.2026 21:12 Uhr
Grundschüler von 7 bis 10 Jahren waren am Dienstag für die landesweite Kinderkonferenz im niedersächsischen Landtag in Hannover. Die Diskussionen reichten von Hausaufgaben über Elterntaxis bis hin zum Weltfrieden.
Wo sonst seriös gekleidete Landespolitiker in ihre Ausschüsse rauschen, sind es am Dienstag 120 Schülervertreterinnen und Vertreter der Schulparlamente von rund 60 niedersächsischen Grundschulen. An Stellwänden präsentierten sie am Mittag ihre Ergebnisse der Kinderkonferenz – etwa zum Thema Hausaufgaben. Die verursachen bei vielen Kindern Stress. Weniger Hausaufgaben, weniger Stress, mehr Zeit für Freizeit und Hobbys, das sind die Forderungen der Arbeitsgruppe. Andere Arbeitsgruppen beschäftigten sich mit Umweltschutz, Gewalt, Verkehrspolitik oder dem Weltfrieden.
Demokratie erleben und lernen

Die Arbeitsgruppen mussten gemeinsam entscheiden, was auf das Plakat kommt und was nicht. So wie hier zum Thema Umweltschutz.
Die Dritt- und Viertklässler arbeiteten konzentriert in den Besprechungsräumen des Landtages. Wie in der Schule meldeten sich die Kinder – etwa beim Thema Weltfrieden. Statt einer Lehrkraft leitete aber einer der Schülvertreter die Runde. Gedanken, Vorschläge, Ideen wurden geteilt. Am Ende mussten die Arbeitsgruppen gemeinsam entscheiden, was auf das Plakat kommt und was nicht – Kompromisse finden, andere Meinungen aushalten. Hauptorganisator der Kinderkonferenz war Bekir Bulut, Schulsozialarbeiter der Regenbogenschule in Seelze. Für ihn ging es darum, dass die Schülerschaft solidarisch, also gemeinsam, zusammenkommt und ihre Themen besprechen kann. Die Idee sei, Kindern nicht nur zu erzählen, dass Demokratie wichtig ist, so Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) – sondern es ihnen zu zeigen.
Nicht sofort Plakate malen
Melodi und Elina von der Regenbogenschule kennen die parlamentarische Arbeit aus der eigenen Kinderkonferenz an ihrer Grundschule und aus dem Klassenrat. Trotzdem war die landesweite Konferenz mit so vielen anderen Kindern etwas Besonderes: „Es ist auch mega cool, das Gefühl zu haben, dass alle uns sehen und zuhören können. Denn Kinder können oft nicht so viele Sachen sagen“, meinte Elina. In der Gruppenarbeit merkte die Neunjährige aber auch, dass Demokratie manchmal länger dauert: „Ich dachte, dass wir sofort mit den Plakaten anfangen würden“. Elina durfte am Mittag das Plakat über den Weltfrieden mit vorstellen. Eine ihrer Forderungen: Menschenrechte durchsetzen und zwar überall.
Naber will Forderungen weitergeben
Landtagspräsidentin Hanna Naber (SPD) hörte sich die Präsentationen an und nahm die Forderungen mit. Sie will die Wünsche und Vorschläge der Kinder an die anderen Politikerinnen und Politiker weitergeben, auch an die Landesregierung und den Ministerpräsidenten und sagte den Kindern: „Ich hoffe, dass ganz viele davon Berücksichtigung finden in unsere Diskussionen und dass ihr irgendwann sagen könnt: Das haben wir am 16. Juni 2026 im Landtag gefordert und jetzt ist es soweit.“

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