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Gar nicht dabei und doch mittendrin … In Köln kämpften am Wochenende mit Berlin, Magdeburg, Aalborg und Barcelona die vier besten Vereinsmannschaften um die europäische Handball-Krone. Im Finale setzte sich Rekord-Titelträger Barcelona gegen die Füchse Berlin (37:34) vor 20.000 Zuschauern durch. Bereits der 13. Titel auf der höchsten Vereins-Bühne Europas. Der deutsche Rekordmeister THW Kiel, der seit Einführung der Endrunde 2010 mit zehn Teilnahmen Dauer-Gast war, fehlte erneut – und war trotzdem allgegenwärtig. Und das lag nicht an Barcelonas slowenischem Spielmacher Domen Makuc (25), der im Sommer in den hohen Norden umzieht.

Foto: Dyn
Die Kiel-Krise war auch im Rheinland Diskussionsthema. Die am meisten gestellten Fragen: Wie geht es beim THW Kiel weiter? Was wird aus Trainer Filip Jicha (44)? Nach Platz 6 in der abgelaufenen Saison, der verpassten Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb (erstmals seit 33 Jahren) und einem wirtschaftlichen Minus herrscht dringender Redebedarf an der Kieler Förde. Darf Jicha, dessen Vertrag im vergangenen Sommer bis 2028 verlängert wurde, den eingeleiteten Umbruch fortsetzen? Wie groß ist das Vertrauen in den Tschechen, der sich nach dem Champions-League-Gewinn 2020 mit Kiel zuletzt 2024 für Köln (Platz 3) qualifizieren konnte?
Dazu kommen unter anderem Fragen zur sportlichen Qualität des Kaders. Reicht dieser aus, um den Angriff auf die nationale Spitze (Magdeburg und Berlin) sicherzustellen? Welche Kader-Sprünge sind umsetzbar, angesichts eines wirtschaftlichen Minus? Klar ist: Die finanziellen Rahmenbedingungen spielen auch bei der Trainer-Diskussion eine gewichtige Rolle, eine Trainerentlassung kostet Geld. Am Ende, das machen die Klub-Bosse deutlich, stünde das Wohl des THW Kiel über allem.
Handball: Noch keine Trainer-Entscheidung beim THW Kiel um Filip Jicha
Geschäftsführer Viktor Szilagyi (47), am Wochenende auch in Köln, hatte unmittelbar nach dem Bundesliga-Ende erklärt: „Ganz, ganz vieles fehlt uns. Wir zeigen Schwäche, und in der Bundesliga darf man keine Schwäche zeigen. Das werden wir sehr intensiv aufarbeiten.“ Filip Jicha machte seinerseits deutlich, dass er großes Feuer verspüre, den bereits eingeschlagenen Kurs trotz der Rückschläge fortzusetzen. Jicha: „Unsere Aufgabe ist es, diesen Umbruch weiter durchzuführen. Dass wir unsere Träume, unseren Weg, den wir vor zweieinhalb, drei Jahren angestoßen haben, weitergehen und wirklich schaffen, was wir uns vorgenommen haben.“
Bleibt die große Frage, wer den Weg künftig mitgehen und bestimmen kann? Der Verein werde sich die nötige Zeit für die Analyse geben. Möglicherweise könne die Aufarbeitung auch zwei Wochen dauern, ließen die THW-Bosse vergangene Woche wissen. Am Wochenende ploppten im Netz Gerüchte auf, das Aus von Jicha sei beschlossen. Nach SPORT BILD-Informationen dauert die Analyse jedoch weiterhin an, eine Entscheidung in der „Causa Jicha“ ist bislang nicht gefällt. Das Trainer-Barometer schlägt bislang in keine Richtung aus. Die in Köln ebenfalls erneut aufploppende Diskussion, Talant Dujshebaev (58/zuletzt Kielce) würde auf der Kiel-Bank Platz nehmen, ist aktuell unrealistisch. Klar ist: Die Kiel-Bosse brauchen zeitnah Klarheit und Planungssicherheit – im Sinne aller beteiligten Personen und Gremien.