
Stand: 16.06.2026 20:48 Uhr
Nach einem Schuss auf einen Polizisten in Göttingen hat sich der 16-jährige Tatverdächtige gestellt. Die Polizei fahndete europaweit nach ihm. Es wurde eine Mordkommission eingerichtet.
Der Jugendliche hat sich am Dienstagabend in Begleitung seines Rechtsanwalts bei der Polizei in Göttingen gestellt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Er werde dringend verdächtigt, den Polizisten angeschossen zu haben. Er soll am vergangenen Samstag gleich mehrere Schüsse abgegeben haben – ein Projektil soll dabei den Polizisten getroffen und schwer verletzt haben. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, der Verletzte befinde sich weiterhin auf der Intensivstation. Sein Zustand sei jedoch stabil. Vor den Schüssen war ein heftiger Streit zwischen zwei Großfamilien in Göttingen entfacht. Beide Familien stammen aus dem Kosovo und sind in der Vergangenheit häufiger polizeilich aufgefallen. Federführend bei den Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft Braunschweig, dort sitzt die Zentralstelle zur Bekämpfung von Clan-Kriminalität.
Video:
Schüsse in Göttingen: Polizist schwer verletzt (1 Min)
Polizeipräsidentin: „Große Erleichterung“
Die Ermittlungen zu den genauen Abläufen, den Hintergründen und dem möglichen Motiv dauern weiter an. Zur Aufklärung der Tat wurde eine Mordkommission eingerichtet. „Die jüngsten Entwicklungen in diesem Fall stellen für mich persönlich und für alle Angehörigen der Polizeidirektion Göttingen eine große Erleichterung dar“, sagte die Göttinger Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn laut Mitteilung.
Handys sichergestellt
Am Montag durchsuchten den Angaben zufolge Ermittlerinnen und Ermittler sowie Spezialkräfte im Umfeld des gesuchten Tatverdächtigen drei Wohnhäuser in Göttingen und Gieboldehausen. Dabei stellten sie unter anderem mehrere Handys sicher. Parallel dazu gingen laut Polizei diverse Hinweise ein, deren Auswertung andauert. Allein das Hinweisportal wurde über 2.000 Mal aufgerufen.
Video:
Polizist in Göttingen angeschossen: Fahndung nach 16-Jährigem (3 Min)

Der Jugendliche steht unter Verdacht und wird europaweit gesucht. Die CDU hat eine Sondersitzung im Landtag beantragt.

In der nördlichen Innenstadt dürfen abends, nachts und am Wochenende keine gefährlichen Gegenstände getragen werden.