Bürgerentscheid am 28. Juni

Frankenschnellweg-Ausbau: Was Nürnberger jetzt wissen müssen

17.06.2026 – 10:23 UhrLesedauer: 3 Min.

Bürgerentscheid zum Ausbau Frankenschnellweg in NürnbergVergrößern des Bildes

Blick auf den Frankenschnellweg (Archivbild): Dieser ist die innerstädtische Verlängerung der Autobahn 73 und verbindet Nürnberg mit Fürth und Erlangen. (Quelle: Daniel Löb/dpa/dpa-bilder)

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Seit Jahren streitet Nürnberg über den Ausbau des Frankenschnellwegs. Nun entscheiden rund 380.000 Wahlberechtigte, ob die Pläne weiterlaufen oder gestoppt werden.

In einem Bürgerentscheid stimmen die Nürnberger am 28. Juni über den geplanten Ausbau des Frankenschnellwegs ab. Die Stadt will die stark befahrene Westachse für rund eine Milliarde Euro kreuzungsfrei umbauen – Kernstück ist ein 1,8 Kilometer langer Tunnel.

Der Frankenschnellweg im Westen Nürnbergs ist die innerstädtische Verlängerung der Autobahn 73 und verbindet die Stadt mit Fürth und Erlangen. Laut Stadtangaben rollen täglich 60.000 Fahrzeuge über die stauanfällige Strecke, die im Stadtgebiet mehrere ampelgeregelte Kreuzungen passiert.

Freistaat übernimmt Großteil der Kosten

Neben dem Tunnel sieht das Projekt eine dritte Fahrspur im westlichen Abschnitt sowie Lärmschutzwände vor. Die Gesamtkosten beziffert die Stadt auf rund eine Milliarde Euro. Der Freistaat Bayern übernimmt 80 Prozent der förderfähigen Kosten, was nach aktuellem Stand 650 Millionen Euro entspricht. Zusätzlich stellt das Land weitere 100 Millionen Euro gesondert bereit.

Die Initiatoren des Bürgerentscheids lehnen den Ausbau ab. Sprecherin Brigitte Sesselmann sagt der Deutschen Presse-Agentur, dass nur der Durchgangsverkehr von dem Projekt profitiere. Der Frankenschnellweg werde dann vor allem für den Schwerlastverkehr zur attraktiven Abkürzung, weil auf der Kreisstraße im Gegensatz zu den Autobahnen um Nürnberg herum keine Maut anfalle.

Zudem seien in den genannten Kosten weder die Begrünung von Teilen des Tunneldeckels noch der jährliche Unterhalt des Tunnels enthalten. Beides müsse allein die Stadt tragen, so Sesselmann. Das Geld fehle dann in Bereichen wie Bildung, Soziales, Gesundheit, Kultur und öffentlichem Nahverkehr.

imago images 0852016651Vergrößern des BildesDer Frankenschnellweg ist seit mittlerweile Jahrzehnten Thema in der Stadtpolitik – und spaltet die Gemüter. (Quelle: IMAGO/Ardan Fuessmann/imago)

Um das Stauproblem zu lösen, brauche es laut den Gegnern ein überregionales Verkehrskonzept mit Fürth, Erlangen und Schwabach sowie einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Kurzfristig könnten Tempolimits und Verkehrslenkungen helfen, sagte Sesselmann.

Das gilt es beim Bürgerentscheid zu beachten

Rund 380.000 Wahlberechtigte haben Briefwahlunterlagen erhalten. Wer persönlich abstimmen möchte, kann dies am 28. Juni in einem Abstimmungsraum tun, der in der Benachrichtigung mitgeteilt wird. Damit der Bürgerentscheid gültig ist, müssen mindestens 10 Prozent der Wahlberechtigten teilnehmen. Die einfache Mehrheit entscheidet. Das Ergebnis könnte noch am Abend des 28. Juni vorliegen.

Vor dem Bürgerentscheid ist ein Streit unter den Fraktionen entbrannt: Die Opposition kritisiert, dass die Stadtspitze nicht ausgewogen genug über die Vorteile wie Nachteile informiert. Grüne und Linke verweisen etwa auf die Neutralitätspflicht der Stadtverwaltung.