Papst Leo XIV. hat an diesem Mittwochvormittag im Rahmen der Generalaudienz im Vatikan aktuelle internationale Entwicklungen kommentiert. Vor den abschließenden Grußworten äußerte sich das Kirchenoberhaupt sowohl zu den diplomatischen Fortschritten im Verhältnis zwischen der Islamischen Republik Iran und den Vereinigten Staaten von Amerika als auch zur anhaltenden Gewalt in der Ukraine.
Bei seiner Rückkehr in den Vatikan hat sich Papst Leo XIV. am Dienstagabend in Castel Gandolfo den Fragen von Journalisten gestellt. Im Zentrum der Fragen standen die aktuellen …
Mario Galgano – Vatikanstadt
Der Papst zeigte sich erfreut über die Einigung zwischen Teheran und Washington, deren feierliche Unterzeichnung für den kommenden Freitag angesetzt ist. Er bezeichnete das Erreichen dieses Abkommens als das Resultat von Verhandlungen und Dialogbereitschaft. In seiner Ansprache dankte er jenen Staaten, die vermittelnd gewirkt und das Zustandekommen der Vereinbarung unterstützt haben. Der Papst verband damit die Erwartung, dass diese Übereinkunft das gegenseitige Vertrauen festigen sowie zu mehr Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten beitragen werde, indem sie Kooperationen zwischen den Völkern fördere. Wörtlich sagte der Papst:
„Ich begrüße die Einigung zwischen der Islamischen Republik Iran und den Vereinigten Staaten von Amerika, die am Freitag unterzeichnet werden soll, als ermutigendes Ergebnis geduldiger Dialog- und Verhandlungsbemühungen. Ich spreche den Ländern meinen Dank aus, die sich dafür eingesetzt haben, das Zusammentreffen der Parteien zu fördern und diese Einigung zu ermöglichen. Ich hoffe, dass dieses Abkommen dazu beitragen wird, das gegenseitige Vertrauen, die Sicherheit und die Stabilität im Nahen Osten zu stärken und den Dialog sowie die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu fördern.“
„Ich spreche den Ländern meinen Dank aus, die sich dafür eingesetzt haben, das Zusammentreffen der Parteien zu fördern…“
Die jüngsten diplomatischen Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA stehen vor dem Hintergrund langjähriger Spannungen, die insbesondere durch das iranische Atomprogramm, gegenseitige Sanktionen und geopolitische Konflikte im Nahen Osten geprägt sind. Nach dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen (JCPOA) im Jahr 2018 und der anschließenden Wiedereinführung wirtschaftlicher Beschränkungen durch Washington hatte Teheran seine Urananreicherung schrittweise ausgeweitet. Das nun bevorstehende Abkommen wird in diplomatischen Kreisen als Versuch gewertet, durch völkerrechtliche Vereinbarungen über Handelsbeziehungen und Sicherheitsgarantien eine weitere Eskalation in der Region zu verhindern und die Schifffahrtswege in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormuz zu sichern.
Krieg in der Ukraine
Im Gegensatz dazu verwies das Kirchenoberhaupt auf die Berichte über den Krieg in der Ukraine, der sich weiter ausweite. Der Papst beklagte die Opfer unter der Zivilbevölkerung und den Rettungskräften sowie die Zerstörung von Kirchen und Kulturgütern durch Brände. Er erklärte seine Verbundenheit mit den Hinterbliebenen, den Verletzten und denjenigen, die trotz der kriegerischen Handlungen humanitäre Hilfe leisten. Abschließend rief er zum Gebet für ein Ende des Konflikts auf und forderte die Konfliktparteien auf, Wege des Dialogs zu beschreiten, um einen gerechten und dauerhaften Frieden zu ermöglichen.
„Es erreichen uns schmerzhafte Nachrichten über den Krieg in der Ukraine, der sich weiter ausbreitet. Zahlreiche unschuldige Opfer, getötete Rettungskräfte, Kirchen und Kulturerbestätten, die von den Flammen verwüstet wurden. Ich bin in Gedanken bei all jenen, die um ihre Angehörigen trauern, bei den Verletzten und bei denen, die inmitten der Gewalt weiterhin mutig im Dienst des Lebens stehen. Ich lade alle ein, dafür zu beten, dass dieser Krieg ein Ende findet. Bitten wir den Herrn, Wege des Dialogs zu eröffnen, den Hass zu besänftigen und einen gerechten und dauerhaften Frieden zu ermöglichen.“
„Ich bin in Gedanken bei all jenen, die um ihre Angehörigen trauern.“
Der vom Papst beklagte Konflikt in der Ukraine führte unterdessen zu neuen Schäden an historisch bedeutsamen Stätten des Landes, darunter auch beim jüngsten Angriff auf das Höhlenkloster in Kyiv. Die im 11. Jahrhundert gegründete Kyiver Pechersk Lawra gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eines der wichtigsten Heiligtümer der orthodoxen Christenheit im osteuropäischen Raum. Durch die Ausweitung der kriegerischen Handlungen geraten vermehrt religiöse Zentren und zivile Infrastrukturen in die Schusslinie, was zu Bränden und Zerstörungen an den historischen Klosteranlagen und Kirchengebäuden führte und die internationale Besorgnis über den Schutz des kulturellen Erbes in der Ukraine wachsen lässt.
(vatican news)