Gegenleistung gefordert
Polen zögert mit Lieferung von Kampfjets an die Ukraine
Aktualisiert am 17.06.2026 – 10:46 UhrLesedauer: 2 Min.
MiG-29-Kampfjet aus Polen (Archivbild): Das Land will die Flugzeuge aus sowjetischer Produktion an die Ukraine abgeben. (Quelle: Björn Trotzki/imago-images-bilder)
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Polen gilt bei der Unterstützung der Ukraine als verlässlicher Partner. Nun zögert die Regierung in Warschau allerdings und fordert eine Gegenleistung.
Polen hat der Ukraine bislang keine weiteren MiG-29-Kampfjets geliefert. Grund dafür ist nach Angaben der polnischen Regierung eine noch offene Gegenleistung aus Kiew: Die Ukraine soll Polen beim Aufbau eigener Drohnenkapazitäten unterstützen.
Der stellvertretende polnische Verteidigungsminister Cezary Tomczyk sagte dem Sender Radio Zet, der Austausch mit der Ukraine sei noch nicht abgeschlossen. „Wir haben der Ukraine keine MiGs übergeben“, sagte Tomczyk. Der Dialog zwischen beiden Ländern dauere an.
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Polen hatte der Ukraine weitere MiG-29-Kampfjets sowjetischer Bauart in Aussicht gestellt. Im Gegenzug will Warschau von den Erfahrungen der Ukraine im Drohnenkrieg profitieren. Sobald diese Frage geregelt sei, könne auch die Übergabe der Kampfjets erfolgreich abgeschlossen werden, sagte Tomczyk.
Ukraine ist führend bei Drohnentechnologie
Die Ukraine gilt durch die Verteidigung im russischen Angriffskrieg als Vorreiter beim Einsatz moderner Drohnentechnologie. Drohnen werden an der Front in großer Zahl zur Aufklärung, Zielerfassung und für Angriffe genutzt. Kiew hat dabei eigene Systeme entwickelt und bestehende Technik schnell an die Anforderungen des Kriegs angepasst. Für Polen ist dieses Wissen militärisch wertvoll, weil unbemannte Systeme in der modernen Kriegsführung eine immer größere Rolle spielen.
Polen hatte bereits zuvor MiG-29-Kampfjets an die Ukraine abgegeben. Weitere Maschinen sollten folgen, nachdem Warschau seine alternden Jets schrittweise durch modernere Flugzeuge ersetzt. Die MiG-29 ist ein sowjetischer Kampfjet des Herstellers Mikojan-Gurewitsch und in Polen seit 1989 im Einsatz.
Die geplante Übergabe weiterer Jets hatte in Polen auch innenpolitischen Streit ausgelöst. Vertreter des Präsidentenlagers rund um die rechtskonservative Partei PiS und des Nationalen Sicherheitsbüros erklärten, sie seien über die Pläne nicht informiert worden. Das Verteidigungsministerium widersprach dieser Darstellung.
