Stand: 17.06.2026 12:08 Uhr
Etwa 40 Oldtimer rosten auf dem Autofriedhof nahe Uchte vor sich hin. Clemens Kröner sieht in ihnen nicht etwa Schrott, sondern Kunst: Er dokumentiert, filmt und fotografiert gemeinsam mit Ulrich Haufe die mit Moos bewachsenen Blechgerüste – und erzählt ihre Geschichten.
Ein verwunschenes Waldstück in der Diepholzer Moorniederung, irgendwo zwischen Bremen und Hannover. Fotograf Clemens Kröner sucht und findet hier ungewöhnliche Dinge. „Man kann das Auto nur noch sehen, wenn die Sonne scheint und der Kühlergrill durch das Grün glitzert.“
Er spricht von einem der 40 Oldtimer, die seit einem halben Jahrhundert im Moor verrotten. Clemens Kröner fotografiert sie seit 15 Jahren.

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Pure Glücksgefühle: Alte Oldtimer-Karosserien im Moor
„Das ist ein Glücksgefühl. Innerlich lacht das Herz, wenn man so ein Motiv wiedersieht. Für mich ist das nicht Müll, sondern ein Stück Kunstwerk. Ich gucke, was die Natur aus dem macht, was der Mensch entsorgt und weggeschmissen hat.“
Ein Autofriedhof, von dem kaum jemand weiß. Warum sind die Geisterfahrzeuge da? Was macht ein alter Prinz, gebaut ab 1958, ein alter VW-Käfer, Fiat oder Opel mitten im Moor? Dieser Frage geht Clemens Kröner seit langer Zeit gemeinsam mit dem Naturfilmer Ulrich Haufe nach.
Von Grundstückbesitzern kommen keine Infos
Sie haben versucht, mit den Grundstücksbesitzern zu sprechen. „Da möchte keiner Interviews geben. Sodass wir uns die Dinge nur aus Erzählungen zusammenreimen konnten“, erzählt Kröner. „Nach dem Krieg wurden diese Grundstücke an Leute verteilt, damit jeder Torf stechen konnte. Wir vermuten: Die Fahrzeuge kamen ins Moor, damit man Wetterschutz hatte, wenn man dort zum Torfstechen war.“
„Ich habe eine Auto-Meise“

Für Kröner das perfekte Motiv: Auf dem Oldtimer-Friedhof liegen ungefähr 40 Fahrzeuge.
Außerdem nahm der Schrottplatz 100 Mark fürs Abwracken. Jahrzehnte später sind die alten Modelle kaum noch zu identifizieren. Bei einem Fahrzeug habe er nicht gewusst, um welches Modell es sich handle – doch dann das entscheidende Detail entdeckt: „Ich hatte das in einem Autokatalog gesehen. Das Heck von einem Opel Olympia, der Opel Olympia Caravan. Ich habe eine Auto-Meise“, gibt er zu.
Die Autos im Moor lassen Kröner nicht los. Immer wieder kehrt er zurück. Mittlerweile bekommt er Tipps, wo er unentdeckte Karosserien finden kann. Eines der Fahrzeuge – ein Opel Rekord Olympia Caravan – stamme aus Mitte der 50er-Jahre. „Der ist 70 Jahre alt und steht hier seit 50 Jahren im Moor“, merkt Kröner an.
Natur verschluckt immer mehr Autos
Es ist ein faszinierender Ort voller Zeitzeugen aus Blech, die die Natur irgendwann ganz verschluckt hat. „Wir waren mal bei 34 Fahrzeugen. Jetzt sind wir bei über 40. Ich hoffe, es kommt was dazu.“ Dann wird Clemens Kröner da sein. Mit seiner Kamera und einem Glücksgefühl im Gepäck.

Das Treffen findet alle vier Jahre statt. Am letzten Juni-Wochenende wird mit rund 900 Autos aus der ganzen Welt gerechnet.

Die Gruppe aus Schleswig-Holstein hatte in den 1970er-Jahren auch Erfolg in den USA, teilte die Bühne mit Lynyrd Skynyrd und Santana.

Zum 100. Geburtstag bündeln drei Bücher Monroes Bildwelt: glamourös, gestellt, überraschend intim – und immer ein Stück unerreichbar.