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Vor einem Jahr – also direkt nach dem Aufstieg – knirschte es bei Dynamo Dresden mal wieder an allen Ecken und Enden. Umso überraschender ist, wie stabil der Ostklub diesen Sommer aufgestellt wirkt. Erstmals seit dem Abgang von Sport-Geschäftsführer Ralf Minge 2020 scheint der Traditionsverein auf dem Weg, intern länger Ruhe finden zu können. Entscheidend für die Wende ist vor allem eine Achse im sportlichen Bereich…

Denn Neu-Sportdirektor Sören Gonther (39) hat anders als seine Vorgänger mit Michael Born (58) und Jan Seifert (57) zwei Aufsichtsräte mit Sportkompetenz an der Seite, die er aus der persönlichen Vergangenheit und Zusammenarbeit kennt. Born holte Gonther 2007 als Profi nach Paderborn, zu seiner Spieler-Zeit bei Dynamo war Born Finanz-Geschäftsführer und Seifert Nachwuchsleiter.

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Diese Verbindungen sind wichtig, weil sie eine Vertrauensbasis garantieren, auf der Gonther und sein Geschäftsführer-Kollege Stephan Zimmermann (39) den Verein gemeinsam mit Trainer Thomas Stamm (43) sportlich nachhaltiger entwickeln können. Zumal Zimmermann hautnah miterlebte, wie die Grabenkämpfe zuvor ausuferten.

Der Schweizer Chefcoach traf vor kurzem eine tiefblickende Aussage über den Start der Wintervorbereitung, kurz nachdem Gonther kam. Stamm meinte: „In der Phase hat man gemerkt, dass erstmals, seitdem ich hier bin, es in eine gemeinsame Richtung ging und nicht ein Paddel woanders hinrudert. Da nehme ich das Aufstiegsjahr auch dazu.“

Klatschen aktuell im Gleichtakt: Finanz-Geschäftsführer Stephan Zimmermann, Sportchef Sören Gonther und Trainer Thomas Stamm

Klatschen aktuell im Gleichtakt: Finanz-Geschäftsführer Stephan Zimmermann, Sportchef Sören Gonther und Trainer Thomas Stamm

Foto: picture alliance/dpa

Neu-Aufsichtsrat Born sagte vor kurzem über den neuen Sportchef: „Ich kenne Sören Gonther mittlerweile seit fast 20 Jahren. Dass man da einen ganz anderen Austausch hat, als mit jemandem, den man ein paar Tage kennt, ist klar. Da redet man auch über viel, aber er muss die Entscheidungen treffen. Hinweise kann man geben, aus dem operativen Geschäft bin ich aber raus.“ Direkterer Austausch, kürzere Entscheidungswege, weniger Eitelkeiten!

Wie Born hatte sich auch Jan Seifert vehement für die Verpflichtung von Gonther ausgesprochen, auf die außerdem Aufsichtsrats-Boss Michael Ziegenbalg ganz stolz ist und nach dem geglückten Klassenerhalt sicher auch sehr erleichtert war.

Präsident und Jugendrat bei Neu-Aufbau beteiligt

Spannend ist aber auch, wie die beiden sportlichen Fachexperten ins Kontrollgremium kamen: Born wurde über den Präsidenten Ronny Rehn (44) angesprochen und auf der Mitgliederversammlung haushoch gewählt. Seifert wurde über den Jugendrat kooptiert. Heißt: Die verschiedenen Vereinsorgane hatten quasi alle Anteil daran, dass eine möglicherweise stabilere Achse aufgebaut werden konnte. Auf der Geschäftsstelle – so scheint es – ist der Zwei-Lager-Konflikt vom letzten Sommer mittlerweile ebenfalls gelöst.

Seit dem Abgang von Ralf Minge (li./hier bei der Verabschiedung von Stefan Kutschke) war bei Dynamo ständig Unruhe drin

Seit dem Abgang von Ralf Minge (li./hier bei der Verabschiedung von Stefan Kutschke) war bei Dynamo ständig Unruhe drin

Foto: picture alliance/dpa

Aufgabe der Zukunft wird es für Stefan Kutschke (37) eine sinnvolle Position zu finden – wie bereits für Niklas Kreuzer (33), der seit einem halben Jahr im Scouting arbeitet. Damit kann Dynamo junge Fachkräfte mit Vereinsidentität Stück für Stück weiter einbauen, ohne ihnen zu früh und zu viel Verantwortung aufzudrücken. Über den neu gegründeten Wirtschaftsrat sollte zudem noch mehr Know-how in der Stadt für den Klub erschlossen werden.

Entscheidend allerdings bleibt, dass nicht wie in der Vergangenheit neue Nebenkriegsschauplätze eröffnet werden, die nur Kraft kosten, den Fokus stören und den Erfolg gefährden. Dynamo Dresden hat es oft genug erlebt – und im letzten Jahr am deutlichsten. Im Winter sahen alle Bosse schlecht aus, im Sommer alle gut. Gönnt man dem Nebenmann Erfolg, kann man sich mitsonnen, statt gemeinsam im stürmischen Regen zu stehen. Nur so könnte die SportGEMEINSCHAFT eines Tages auch wieder höhere Ziele angehen, sonst droht der schnelle und x-te Absturz…