Nach mehreren Zeugenaussagen, die die Angeklagte im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow schwer belastet haben, hat die Staatsanwaltschaft die Frau aufgefordert, ihr Schweigen vor Gericht zu brechen. „Egal, ob die Hinterbliebene trauern oder nicht, sie haben ein Recht darauf, zu erfahren, mit welcher Begründung der Junge im Oktober 2025 an den Tümpel bei Klein Upahl gelockt wurde“, sagte Oberstaatsanwalt Harald Nowack am Dienstag im Landgericht in Rostock.

Alibis mit Nachbarn abgesprochen

Zuvor war bekannt geworden, dass die Angeklagte mit einem Nachbarn mehrere Alibis abgesprochen hatte, die aber nicht stimmten. Zudem hatte sie ab dem 13. Oktober drei Bekannte zu dem Tatort an dem Tümpel auf einem Feld geführt, bevor sie die Polizei über den grausigen Fund erst am 14. Oktober, vier Tage nach Fabians Verschwinden, informierte. Weitere Indizien sind unter anderem Spuren von Schuhen, die der Frau gehören sollen und von Fabian am Tümpel sowie andere verdächtige Chat- und Telefon-Äußerungen sowie Verhaltensweisen der 30-Jährigen.

Was der Nachbar in seiner Zeugenaussage schilderte, erfahren Sie oben im Video.

Die letzten Stunden des Jungen sollten endlich aufgeklärt werden, erläuterte der Oberstaatsanwalt mit Blick auf die Mutter Fabians, die den Prozess als Nebenklägerin verfolgt, und den von der Frau getrennten Vater des Jungen. Dieser war mehrere Jahre der Freund der Angeklagten, bevor sich beide im August 2025 getrennt hatten. Während des Prozesses wurde bekannt, dass die beiden wieder ein Paar sein sollen.

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Dem Aufklärungsanliegen stimmte auch Verteidiger Thomas Löcker zu. Es sei „menschlich verständlich, dass die Angehörigen Klarheit wollen.“ Doch die Angeklagte, die im Prozess schweigt und die Tat bisher bestreitet, könne das nicht leisten. „Das wäre nur der Fall, wenn sie die Täterin wäre.“

Die Staatsanwaltschaft wirft der angeklagten Pferdesportlerin aus Reimershagen, nicht weit von Klein Upahl, vor, den Jungen am Freitag, dem 10. Oktober 2025 mit ihrem auffälligen Ford Ranger in Güstrow abgeholt und ihn zu dem einsamen Wasserloch bei Klein Upahl gelockt zu haben, wo sie ihn erstochen haben soll, um ihre jahrelange On-off-Beziehung mit seinem Vater doch noch zu retten. Um Spuren zu verwischen, soll der Leichnam später noch in Brand gesetzt worden sein.