Newsblog zum Krieg in Nahost
Israel kritisiert Deal: „Sehr schlecht“
Aktualisiert am 18.06.2026 – 06:46 UhrLesedauer: 19 Min.
Player wird geladen
Video: Herzliche Begrüßung in Frankreich
Jetzt neu bei t-online:
Schriftgröße anpassen!
Artikel teilen
Donald Trump hat beim Abendessen mit Macron die Iran-Vereinbarung unterzeichnet. Israels Botschafter bezeichnet es als „sehr schlecht“. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Israelischer Botschafter: Abkommen ist „sehr schlecht“
Danny Danon, Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, bezeichnete laut dem Sender Al Jazeera das US-Iran-Abkommen als „sehr schlecht“ für Israel, die Vereinigten Staaten und die Golfstaaten.
Dem israelischen Fernsehsender Channel 14 erklärte Danon, Präsident Donald Trump habe dem Iran ermöglicht, seine Verhandlungsposition zu verbessern, indem er versucht habe, den Verhandlungsprozess möglichst schnell abzuschließen. „Aber wir müssen abwarten. Es gibt noch keine Entscheidung – lediglich einen Rahmen für die Fortsetzung der Verhandlungen“, sagte er.
Fahrt durch Straße von Hormus zunächst gebührenfrei
Handelsschiffe sollen laut einem Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA die kommenden 60 Tage lang in der Lage sein, die Straße von Hormus sicher und gebührenfrei befahren zu können. Nach Angaben eines ranghohen US-Regierungsbeamten werde der Iran mit dem Oman und anderen Golfstaaten rund um die Meerenge an einer langfristigen Vereinbarung arbeiten, um die gebührenfreie Durchfahrt auf lange Sicht zu gewährleisten.
Der Iran hat indes seinen Willen bekräftigt, in einem endgültigen Friedensabkommen mit den USA Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus festzuschreiben. Nach der 60-tägigen Phase zur Aushandlung des endgültigen Friedensabkommens werde sein Land bei der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge „nicht zu den Vorkriegsbedingungen zurückkehren“, sagte der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf in einem Interview, das am Mittwochabend im iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde.
„Der Iran hat das Recht auf Souveränität über die Straße von Hormus und natürlich werden wir eine Servicegebühr erhalten“, sagte Ghalibaf. Zugleich betonte er, dass sein Land das Rahmenabkommen für einen Friedensschluss mit den USA als Erfolg für sich verbuche. „Die Vereinbarung ist ein Beleg für das Scheitern der USA“, sagte der Iraner in dem Fernsehinterview.
Trump verteidigt Abkommen mit Iran
US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch auf dem G7-Gipfel in Frankreich die vorläufige Einigung mit dem Iran verteidigt. Ein längerer Krieg im Nahen Osten hätte eine Wirtschaftskatastrophe auslösen können, sagte Trump vor Journalisten in Evian-les-Bains. „Ich wollte keine Wirtschaftskatastrophe erleben.
Wäre das so weitergegangen, hätte das passieren können.“ Der republikanische Präsident sagte, er wolle nicht wie Herbert Hoover sein, der zur Zeit des Börsencrashs im Oktober 1929 US-Präsident war. Dieser löste die Weltwirtschaftskrise aus. „Alles, was ich weiß, ist, dass jedes Mal, wenn wir über die Möglichkeit von Frieden sprachen, der Aktienmarkt wie eine Rakete in die Höhe schoss“, sagte Trump. „Jedes Mal, wenn wir etwas Negatives sagten, wie zum Beispiel ‚Wisst ihr was, wir werden uns nicht einigen können‘, ging er sehr stark zurück.“
