
Stand: 18.06.2026 13:28 Uhr
Die Polizei sucht nach dem verurteilten Mörder Benjamin Fricke. Laut LKA hat sich der 42-Jährige während eines begleiteten Ausgangs in Peine abgesetzt. Er sitzt seit 2010 wegen Mordes an Melanie R. in Haft.
Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Gesuchte bevorzugt in den Städten Peine und Kassel aufhält. Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen bittet Zeuginnen und Zeugen „ausdrücklich“, sich dem Gesuchten nicht zu nähern und ihn nicht anzusprechen. Von ihm könne eine Gefahr für Dritte ausgehen – eine konkrete Gefahrenlage für die Städte Peine und Kassel bestehe jedoch nicht. Wer den Mann sieht oder etwas weiß, solle den Notruf 110 wählen. Derweil sucht des LKA weiter nach dem Mann. Es gebe unter anderem Befragungen, sagte ein Sprecher, ohne weitere Details zu nennen.
Beschreibung des Flüchtigen
Das LKA beschreibt Aussehen, Kleidung und Fahrzeug des Gesuchten zum Zeitpunkt der Flucht wie folgt:
- 1,92 Meter groß
- kräftige Statur
- Kurzhaarschnitt und sogenannter Ducktailbart
- schwarzes „Metallica“-Shirt mit silber-grüner Schrift
- schwarze Cargohose und schwarze Schuhe
- Motorrad KTM Duke 200 in Schwarz und Orange – Kennzeichen: „BS-XY 46“
Flucht mit in Garage abgestelltem Motorrad
Der 42-Jährige verbüßt laut niedersächsischem Justizministerium eigentlich in der Justizvollzugsanstalt Celle eine lebenslange Freiheitsstrafe. Am Dienstag war er demnach auf einem begleiteten Ausgang in Peine – in einer ersten Mitteilung des LKA war zunächst fälschlicherweise von einem Freigang die Rede. In Peine-Vöhrum sei der Gefangene an der Adresse seiner Mutter gewesen. Ersten Erkenntnissen zufolge nutzte er gegen 14.30 Uhr einen Aufenthalt in einer nahe gelegenen Garage, um mit einem dort abgestellten Motorrad zu flüchten.
Lebenslange Haftstrafe – für Mord an Melanie R.
Benjamin Fricke verbüßt laut Ministerium seit 2010 eine lebenslange Haftstrafe. Das Landgericht Hildesheim hatte ihn seinerzeit wegen Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung verurteilt und eine besondere Schwere der Schuld festgestellt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der damals 27-Jährige die 23-jährige Melanie R. aus Peine mit Messerstichen getötet hatte, weil sie keinen Sex mit ihm haben wollte. Täter und Opfer kannten sich über das Internet, R. dachte, sie schreibe sich Nachrichten mit einer 18-Jährigen namens Sarah. So habe Fricke sie in eine Wohnung gelockt und dort getötet. Die Tat gab er vor Gericht zu.
Im vergangenen Jahr hat die Strafvollstreckungskammer eine Mindestverbüßdauer von 19 Jahren festgesetzt. Der begleitete Ausgang am Dienstag war demnach bereits der 38.