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Die Köpfe des Paares, das am Brunnenrand sitzt und in Regenbogenfarben gehüllt ist, sind abgetrennt. © Rolf Theis
Am vergangenen Wochenende haben Unbekannte Betonfiguren am Gehspitzbrunnen mit Gewalt zerstört. Die Karbener Künstler sind enttäuscht. Die Stadtpolizei erbittet Hinweise.
Karben – Peter Mayer ist enttäuscht. Wieder ist die Skulptur, die er vor acht Jahren am Gehspitzbrunnen installiert hat, zerstört worden. Auch die anderen Werke, die von Karbener Künstlern genau für das Areal angefertigt wurden, sehen sehr malträtiert aus. Einem Paar aus Beton, das von Regenbogenfarben umhüllt ist, fehlen die Köpfe. Bei der anderen Figur ist der Kopf halb abgeschlagen. „Frau Mayer“ hat es schwer erwischt: Arm verdreht, Kopf abgetrennt. „Ich weiß nicht, ob ich sie noch einmal reparieren kann“, sagt Peter Mayer, der diese Skulptur erstellt hat. „Ich müsste sie komplett erneuern, das ist vor Ort am Brunnen nicht möglich.“
Am vergangenen Wochenende sind die Betonfiguren am alten Gehspitzbrunnen, der durch die Werke zum Brunnen der Freundschaft geworden ist, zerstört worden. © Rolf Theis
Was ist passiert? So viel ist klar: „Unbekannte haben am vergangenen Wochenende die Betonfiguren am Gehspitzbrunnen, auch Freundschaftsbrunnen genannt, mit Gewalt zerstört“, sagt Mayer.
Er erinnert sich noch genau an die kreative Schaffensphase, als er mit den Künstlerkollegen Heidi Khan, Rolf Theis, Rüdiger Kaffenberger und dem Lichtkünstler Alfred Wolfski beratschlagt hat, wie das damals triste Gelände zu einer Art Freiluft-Kunst-Installation werden könnte. Gemeinsam gestalteten sie dann den ehemaligen Brunnen vor der Gehspitze 2018 um. Ihre Werke entstanden im Hof vor Mayers „KUHtelier“ im Schlosshof Leonhardi und wurden als fertige Werke an die Gehspitze gebracht. Damals sei das Gelände sehr trist gewesen. Die Stadt hatte den Brunnen abgestellt. Also machten sich die Kreativen ans Werk. „Das Grundgerüst für alle drei großen Figuren besteht aus Baustahl. Zudem wurden Materialien wie Estrich-Beton, Draht und Gewebe zur Stabilisierung verwendet. Die äußere bunte Schicht ist Fassadenfarbe, da die Figuren der Witterung ausgesetzt sein werden“, beschreibt die Stadt Karben das Werk auf ihrer Homepage.
Nicht der erste Vandalismus-Fall am Gehspitzbrunnen
Schon vor fünf Jahren hatte jemand die Figuren zerstört. Hauptsächlich „Frau Mayer“ hatte es damals getroffen. Vermutlich mit einem Baseballschläger sei die Skulptur traktiert worden, erinnert sich Peter Mayer. Damals konnte er die Figur wieder zusammenfügen. Ob das den Künstlern nun nochmals gelingt, ist ungewiss. Enttäuschung und Resignation machen sich breit. Auch wenn das Formen der Skulpturen inzwischen Jahre zurückliegt, haben die Künstler zu ihnen noch einen starken Bezug. „Das ist schon so was wie ein Kind, das ich geschaffen habe“, sagt Mayer. In der kommenden Woche wollen sich die Künstler beraten, ob sie die Werke erneuern. Inzwischen hat das Areal rund um den alten Brunnen seine Attraktivität wieder verloren: Gräser wachsen in den Fugen. Moos überzieht die Fliesen.
„Wir werden derartige Zerstörungen nicht tatenlos hinnehmen“, erklärt Bürgermeister Guido Rahn auf Anfrage dieser Zeitung. „Diese vollkommen sinnlose Aktion ist ein Anlass, nochmals darauf hinzuweisen, dass wir derartige Taten in Karben keinesfalls dulden werden. Im Gegenteil: Wir werden die Kontrollen auch in den Abend- und Nachtstunden verstärken.“ Kontrollen wird es künftig abends und an den Wochenenden rund um den Bahnhof, den Spielplatz in Kloppenheim und an anderen neuralgischen Orten geben.
Peter Mayer sagt: „Alles, was zur Aufklärung der Tat beitragen kann, ist wichtig.“ Wenn Zeugen etwas Ungewöhnliches rund um das Gelände an der Bahnhofstraße beobachtet haben, werden sie gebeten, diese Informationen an die Stadtpolizei, Telefon 06039/481650 oder E-Mail stadtpolizei@karben.de, weiterzugeben. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, gibt es eine Belohnung von 500 Euro, teilt die Stadt mit.