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Peine (Niedersachsen) – Seit Dienstagnachmittag um 15.10 Uhr hatte die Polizei den gefährlichen Frauenmörder Benjamin Fricke (42) gesucht. Der zu lebenslanger Haft verurteilte Straftäter entkam bei einem streng geregelten Ausgang seinem JVA-Bewacher auf dem Motorrad. Jetzt ist er gefasst worden. Das bestätigte das LKA auf BILD-Anfrage.
Fricke konnte in Italien gefasst werden. Dort war er zuvor in einen Verkehrsunfall verwickelt, wobei er schwer verletzt wurde. Aktuellen Informationen zufolge liegt der Mörder derzeit im Krankenhaus.
Mörder gelang mit Trick die Flucht
Der 42-Jährige war bei einem begleiteten Ausgang am Dienstag in Peine-Vöhrum (Niedersachsen) geflohen. Für den Ausgang zwischen 9 und 17 Uhr hatte er die entsprechende Erlaubnis bekommen. Es war bereits der 38. seit seiner Verurteilung 2011. Das Ziel: die Wohnung seiner Mutter in Peine – sein einziger Sozialkontakt außerhalb des Gefängnisses. Dort wollte er eine Einbauküche abbauen und an seinem Motorrad schrauben.

Mit dieser KTM konnte Fricke in einem unbeobachteten Moment fliehen
Foto: Polizei
Nach BILD-Informationen hatte der Frauenmörder die Maschine, eine schwarz-orangefarbene KTM Duke 200, Jahre zuvor in der Haft auf sich zugelassen. Doch nach dem gemeinsamen Mittagessen mit der Mutter ließ der Bewacher den Verbrecher allein zur Garage gehen. Ein riesiger Fehler! Denn auf diesen Moment hatte Fricke gewartet: Er floh und verschwand zunächst spurlos.
Polizei bekam mehrere Hinweise auf Fricke
Nach Veröffentlichung der Fahndungsbilder gingen zahlreiche Hinweise bei der Polizei ein. Mehrere davon führten die Fahnder schließlich auf eine Spur nach Italien. Parallel zu den Ermittlungen in Deutschland war Fricke in der Region Venetien offenbar in einen Verkehrsunfall verwickelt. Details zu den Hintergründen sind noch unklar. Jedoch wurde er von italienischen Beamten identifiziert und festgenommen.

Floristin Melanie R. aus Peine wurde in eine tödliche Falle gelockt
Foto: Polizei
Der Mordfall Melanie R.
Benjamin Fricke ist nach BILD-Informationen der Mörder von Melanie R. (†23). Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. „So viel emotionale Kälte wie bei dem Angeklagten erlebt man selten“, sagte der Vorsitzende Richter damals in seiner Urteilsbegründung.
Im Oktober 2010 lernte das spätere Opfer über eine Internetplattform eine vermeintlich junge Frau namens „Sarah“ kennen. Die beiden chatteten, bauten Vertrauen auf. Doch hinter dem Profil steckte in Wahrheit der damals 27-jährige Fricke. Er gab eine falsche Identität an, um die 23-Jährige zu einem Treffen zu bewegen. Er lockte Melanie R. unter einem Vorwand in seine Wohnung, tötete sie und verging sich an ihrem Leichnam.