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Der Donner des Trainer-Wechsels in Leipzig ist noch lange nicht verhallt. In der Fußball-Branche wird vor allem das „Wie“ diskutiert. Der Ablauf über den Rauswurf von Ole Werner (38) sorgt für Entsetzen.

„Der Trainer wurde aus meiner Sicht ohne Not aus dem Amt gekippt“, sagt Joachim Krug (70), der 2009 erster Sportchef in Leipzig war und mit dem Klub den Sprung in die Regionalliga schaffte. „Es ist immer wieder das gleiche Muster. Entscheidungen werden irgendwo getroffen, die Verantwortlichen in Leipzig aber nicht wirklich mitgenommen. Ich könnte kotzen.“

Erlebte Krug einst selbst: Im Winter 2010 übernahm Dietmar Beiersdorfer (62) als Red-Bull-Sportdirektor auch bei RB Leipzig – und setzte im Sommer Aufstiegstrainer Tino Vogel und eben Krug in der Nacht der Aufstiegsparty vor die Tür.

Joachim Krug (r.) mit dem damaligen Red-Bull-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer im Jahr 2010

Joachim Krug (r.) mit dem damaligen Red-Bull-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer im Jahr 2010

Foto: picture alliance/dpa

„Macht den Verein nicht sympathischer“

Krug: „Ich verteidige den Klub, wo immer es nur geht. Aber richtig schwierig finde ich die Rolle von Jürgen Klopp bei der Sache. Er stellt sich im TV hin und sagt, er hätte nichts damit zu tun. Mit Verlaub, das ist Bullshit. Er ist doch Head of Glabal Soccer – und damit Vorgesetzter von Werner. Die ganze Gemengelage macht den Verein nicht sympathischer.“

Marcel Reif mit Kritik an Klopp

Auch Kult-Kommentator Marcel Reif (76) ist über die Art und Weise der Entlassung verwundert. Er sagte in der Sendung Reif ist live auf bild.de: „Als ich das erste Gerücht gehört habe, habe ich es nicht für möglich gehalten. Sie werden sich was überlegt haben. Dennoch wundert es mich. Der Umgang mit ihm scheint mir – aus der Distanz – alles andere als glücklich und wirft auch kein gutes Licht auf Jürgen Klopp, der sich da vermeintlich völlig heraushält. Aber jeder sagt, er sei die treibende Kraft dahinter. Eine der merkwürdigeren Trainer-Entlassungen in der Geschichte.“

Trainer sollte man Respekt entgegenbringen

Trainer-Legende Frank Engel (75) war jahrelang Nationalcoach beim DFB, später zudem Verbandsvorsitzender des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL).

Engel sagt: „Der Umgang mit Ole Werner war sehr unschön. Der Trainer ist der wichtigste Angestellte im Verein – und dem sollte man Respekt entgegenbringen. Ole hat die Mannschaft nach vielen wichtigen Abgängen mit viel Akribie und Geduld geformt. Und letztlich die sportliche Vorgabe erfüllt. Er hätte sich die Chance auf die nächste Saison verdient gehabt.“