27 Grad sind eine ausgezeichnete Gesprächstemperatur. Das ist bei „Mönchengladbach IN“, dem Netzwerktreffen der Rheinischen Post in der Heinz Eventhalle, am Donnerstag klar geworden. Rund 200 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft haben dabei über die verschiedensten Themen gesprochen, neue Beziehungen geknüpft oder bestehende gepflegt. Ein guter Stimmungsmesser dafür, welche Themen die Stadt gerade bewegen.

Das sind – abgesehen von der frischen Nachricht des Produktionsstopps bei Trützschler – vor allem das Wetter und die WM. Am Samstagabend spielt die deutsche Elf. Lars Randerath, Chef von Parken MG, ist zwar „kein totaler Fußballfan, aber ich hoffe, dass die deutsche Mannschaft weit kommt“, sagt er. Dann entstehe vielleicht auch wieder eine Stimmung wie 2006 beim Sommermärchen. Stadtsportbund-Präsident Hans Wilhelm Reiners würde sich auch freuen, doch der Ernst des (politischen) Lebens lässt dem Christdemokraten keine Ruhe. Um Politik geht es auch bei Achim Wyen (FDP) und Boris Wolkowski (Grüne) mit einem Glas Wein vom Lidl-Stand. Den beiden Politikern mangelt es als Chefs ihrer Fraktionen nicht an Gesprächsthemen. Viele neue Gesichter sind in der neuen Besetzung des Stadtrates vertreten.

Dem sitzt Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) vor, der den Betrieb in- und auswendig kennt. An diesem Abend ist er gefragter Gesprächspartner. Als Schirmherr von „Mönchengladbach IN“ freut er sich über die volle Halle an diesem Abend und kühlt sich mit einem Eis vom Stand der Stadtsparkasse ab. Trotz offenem Rolltor ist es heiß in der Heinz Eventhalle, die Alexander und Jacqueline Esch seit bald anderthalb Jahren betreiben. „Es läuft gut“, sagt Alexander Esch.

Den industriellen Flair der Veranstaltungshalle genießen Gäste wie Ehrenoberbürgermeisterin Monika Bartsch (CDU) und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz, Polizeipräsident Stephan Zenker, Mags-Chef Jens Hostenbach und Hochschulpräsidentin Susanne Meyer. Die Beigeordneten Claudia Schwan-Schmitz (Bauen), Silke Wehmhörner (Ordnung) und Sebastian Dreyer (Soziales) sind im Innenhof mit dem EWMG-Geschäftsführer Stefan Anspach im Gespräch. Daneben netzwerken auch die Bezirksbürgermeister Udo Gerards (CDU, Bezirk West) und Michael Hildemann (SPD, Nord), die CDU-Landtagsabgeordneten Jochen Klenner und Vanessa Odermatt sowie Stefan Wagemanns (Der Mittelstand) und Marcel Küsters (Barmer).

Franz Dierk Meurers, Chef der Volksbank im Rheinland, freut sich über das tolle Wetter, nette Gespräche und vor allem eine erfolgreiche Fusion seines Geldinstituts mit der VR-Bank Region Aachen im Rücken. „In den nächsten Tagen werden noch die technischen Einrichtungen zusammengelegt“, sagt er. Dann ist die Fusion vollendet. Über ein erfolgreiches Projekt spricht auch Jakob Langen. Mit seinem Verein „Clean up MG“ und weiteren Partnern hat er neue Möbel für die untere Hindenburgstraße aufgestellt. „Sie werden gut angenommen. Immer wenn ich dort war, waren die Sitzinseln voll.“

Altstadtsheriff Josef Vitz erzählt Bürgermeister Martin Heinen (CDU) von seinem jüngsten Spanienurlaub. Über Mietauto-Probleme kommt Heinen auf sein erstes Auto, das er damals „zur Hälfte gefahren“ und „zur Hälfte geschoben“ hat. Inspiration für ein neues Fahrzeug gibt es nur wenige Meter entfernt: Acht Autos – die Hälfte davon mit Elektroantrieb – präsentiert das Autozentrum Dresen an diesem Abend. Die Nachfrage sei durch die E-Auto-Prämie gestiegen, weiß Verkaufsberater Reinhold Giesen. Sein Kollege Jan Kuhlen bemerkt aber auch, dass den Kunden die Höhe der Raten wichtiger ist als der Antrieb.

Währenddessen gibt Patrick Broniewski (Deutsch-Ukrainische Wirtschaftsvereinigung) eine Anekdote aus der Vergangenheit zum Besten: Vor 30 Jahren hat er beim Schützenfest das Funkgerät von Josef Vitz – damals noch als Polizist – bestaunt, der es ihm daraufhin stolz vorgeführt habe. Ein offenbar bleibendes Erlebnis.

Erfolgsmeldungen können derweil Joachim und Christian Feies – Vater und Sohn – verkünden: Der Feies Campus im Nordpark erfreut sich großer Nachfrage. Ein Kompetenzzentrum für nachhaltiges Bauen soll entstehen. „Wir wollen ein Leuchtturm für die Stadt und darüber hinaus sein“, sagt Joachim Feies. „Bei Veranstaltungen merken wir, dass das Interesse da ist“, sagt Christian Feies. Für die Vermarktung ist unter anderem Julian Leppich („Bienen & Partner“) zuständig. Das Maklerbüro ist praktischerweise auch mit einem Stand vertreten. Der erste Bauabschnitt im Feies Campus ist bis auf eine Einheit vermietet, sagt Leppich. 2027 soll der zweite, 2028 der dritte Abschnitt fertiggestellt sein. Die Vermarktung läuft bereit. Gleiches gilt für den Gewerbepark „MeinWerk“ in Rheindahlen. Als perspektivisches Invest gehe der Trend zum Kauf statt der Miete, sagt „MeinWerk“-Projektleiter Markus Wächter.

Ein Abend, eine Halle, ein Netzwerktreffen und viele gute Themen. Nach einem Gesundheits-Treff im September geht es im November in die nächste Runde mit „Mönchengladbach IN“.