Klagen über eine überlastete Verwaltung in Duisburg, die nicht zu erreichen sei oder Termine erst in einigen Monaten anbietet, erreichen die Redaktion immer wieder. Im Bereich des Straßenverkehrsamts hat sich die Situation offenbar verbessert, Beschwerden über die Ausländerbehörde reißen indes nicht ab.

Eine konsequente Digitalisierung und ein Personalaufbau sind da wohl die besten Gegenmaßnahmen. Geeignetes Personal ist indes nicht für jede Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu finden – eine Konzentration auf neue Auszubildende könnte auf Sicht aber für Entspannung sorgen. Erst recht, wenn man bedenkt, dass die Boomer-Generation nun nach und nach in den Ruhestand geht.

Dem will die Stadt nachkommen: Für das Ausbildungsjahr 2027 richtet sie 211 Stellen für Azubis und Studierende ein. Dazu kommen drei Stellen für wissenschaftliche Volontariate.

Zur echten Unterstützung werden die Nachwuchskräfte aber erst, wenn sie nach ihrer Ausbildung auch übernommen werden. Doch das kann nicht immer eingehalten werden. Die Übernahme richtet sich nach Angaben der Stadt nach bestimmten Kriterien:

„Mit den weiterhin hohen Ausbildungszahlen wird mittelfristig dem Fachkräftemangel in der Verwaltung entgegengewirkt“, heißt es in einer Vorlage, über die der Rat der Stadt am 2. Juli entscheidet.

Die meisten Stellen sollen Kitas zugute kommen: Insgesamt 40 Stellen für eine praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin werden ausgeschrieben, dazu kommen acht Stellen für künftige Kinderpflegerinnen. In beiden Fällen können natürlich auch Männer zum Zuge kommen.

Die zweitmeisten Stellen gibt es für Verwaltungsfachangestellte inklusive des Städtischen Außendienst: Hier sollen 30 junge Leute ihre Ausbildung absolvieren. 27 weitere Stellen gibt es für den Kommunalen Verwaltungsdienst, die mit dem Bachelor-Grad abgeschlossen werden.

20 Stellen gibt es für Beamte als Stadtsekretäranwärterinnen. Weitere 20 Stellen sind für die Qualifizierung von Brandmeistern zu Notfallsanitätern vorgesehen. Jeweils zehn junge Menschen sollen zu Notfallsanitätern ausgebildet werden beziehungsweise für den Einsatz in den Leitstellen qualifiziert werden.

Eher gering sind die Zahlen im IT-Bereich: Gesucht werden fünf Azubis als Fachinformatiker für Systemintegration, einer für Anwendungsentwicklung und vier als Kaufleute für Digitalisierungsmanagement.

Ansonsten ist die Zahl der Ausbildungsplätze eher überschaubar. Gesucht werden zum Beispiel Fachangestellte für Bäderbetriebe (5), Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste in der Bibliothek, Bauoberinspektoranwärter (jeweils 4), Bachelor für Verwaltungsinformatik, Brandoberinspektoranwärter, Bachelor für Soziale Arbeit beim Jugendamt, Bachelor für Kindheitspädagogik beim Jugendamt, Kaufleute für Dialogmarketing und Vermessungstechniker (jeweils zwei Stellen). Jeweils eine Ausbildungsstelle gibt es für den Umweltinspektor, den Vermessungsingenieur, den Bachelor für Immobilienwirtschaft und den Forstwirt.