Stand: 19.06.2026 13:07 Uhr
Vor den Aktionären des Wolfsburger Konzerns sagte VW-Chef Blume, die Rahmenbedingungen hätten sich in diesem Jahr nochmals verschärft. „Unsere Lage ist angespannt und anspruchsvoll“, sagte er. Darauf müsse der Konzern reagieren.
Bei dem rein virtuellen Treffen am Donnerstag präsentierte sich Oliver Blume selbstbewusst. Das vergangene Jahr sei ein Jahr des Anpackens gewesen. „Wir haben gehalten, was wir versprochen haben“, sagte der Konzernchef. Große Fortschritte sieht er bei der Entwicklung von E-Autos. In Europa ist VW dabei Marktführer. Blume kündigte aber auch an, dass noch im Sommer gemeinsam mit dem Aufsichtsrat wesentliche Entscheidungen getroffen werden sollen. „Unser über Jahrzehnte erfolgreiches Geschäftsmodell funktioniert heute nicht mehr“, so der Konzernchef. Die laufenden Sparprogramme zeigten zwar Wirkung, Probleme sieht Blume aber in Zöllen, Handelsbarrieren und geopolitischen Risiken.
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VW- Hauptversammlung: „Lage bleibt angespannt“ (1 Min)
28.000 Beschäftigte verlassen VW freiwillig
Der Stellenabbau beim Konzern kommt offenbar voran: Bis 2030 plant Volkswagen mit 50.000 Stellen weniger. 28.000 Mitarbeiter verlassen das Unternehmen freiwillig – das sei bereits fest vereinbart, so Blume. Ebenfalls bis 2030 will Volkswagen die Kapazität seiner Werke weiter senken und Überkapazitäten abbauen. Details dazu nannte Blume nicht. Der Konzern will die Kosten weiter senken, um auch künftig gegen die zunehmende Konkurrenz – zum Beispiel aus China – bestehen zu können.

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Vertreter der Aktionäre kritisieren Konzernstruktur
Aktionärsvertreter halten den eingeschlagenen Sparkurs des Konzerns grundsätzlich für richtig. Für Ingo Speich, Manager bei der Fondsgesellschaft DEKA, muss da aber noch mehr kommen: VW müsse nicht nur sparen, sondern auch wieder attraktive Produkte produzieren. Er sieht außerdem ein Problem in der Konzernstruktur. Volkswagen werde zerrieben durch die unterschiedlichen Interessen bei den Anker-Aktionären. „Wir haben die Familie Porsche, wir haben die Familie Piëch, wir haben das Land Niedersachsen, wir haben Katar und die freien Aktionäre, also der breite Kapitalmarkt wird einfach häufig vergessen vom Aufsichtsrat“, so der Aktionärsvertreter.
Aufsichtsrätin tritt überraschend ab
Zum Start der Hauptversammlung wurde bekannt, dass die Aufsichtsrätin Susanne Wiegand überraschend nicht erneut für das Gremium antritt. Sie habe ihre Kandidatur zur Wiederwahl kurzfristig zurückgezogen, sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. Eigentlich sollte bei der Versammlung über die Wiederwahl der früheren Chefin des Rüstungskonzerns Renk bis 2031 abgestimmt werden. Wiegand war erst vor einem Jahr als Nachrückerin in das VW-Kontrollorgan bestellt worden.

Der Vorstand versucht Optimismus auszustrahlen, in der Belegschaft herrscht Unsicherheit. Die Debatte um Schließungen dürfte weitergehen.

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