
Stand: 19.06.2026 13:08 Uhr
Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat einen Auftrag zum Bau eines Offshore-Konverters an eine Tochter der Papenburger Meyer Werft vergeben. Das stabilisiert den Mutterkonzern, der zurzeit überwiegend in Staatshand ist.
Für die Meyer Werft sei der Auftrag für die Warnemünder Neptun-Werft sehr wichtig, sagte Geschäftsführer Ralf Schmitz am Mittwoch. Denn so werde die Tochtergesellschaft in Rostock, die Neptun Werft, langfristig ausgelastet. Das begrüßt auch der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD). Mit diesem Auftrag eröffne sich für die Meyer Werft ein zusätzliches Geschäftsfeld und sie könne sich wirtschaftlich stabilisieren, sagt Lies. Um die Werft vor der Insolvenz zu bewahren, waren Bund und Land 2024 Anteilseigner geworden. Seitdem befindet sich die Werft in einem Sanierungsprozess.
Erstmals Vergabe an deutschen Werftstandort
Bei dem Auftrag handelt es sich um eine Zwei-Gigawatt-Plattform, die in der Nordsee stehen wird und dort gleich auf dem Meer den Strom für die Netze an Land umwandeln soll. Das ist technisch hochkomplex und wurde bisher nur von ausländischen Unternehmensverbünden umgesetzt. Darum ist es etwas Besonderes, dass der Netzbetreiber 50Hertz diesen Auftrag nun erstmals an eine deutsche Werft vergibt.
Weitere Aufträge könnten folgen
Bei dem Auftrag geht es um ein Investitionsvolumen von gut zwei Milliarden Euro. Und ein zweiter Auftrag für den Bau einer Plattform könnte bald folgen, wie der Netzbetreiber 50Hertz bestätigt. Zusätzliche Arbeitsplätze werden durch den Plattform-Bau allerdings nur in Mecklenburg-Vorpommern und nicht am Standort in Papenburg entstehen, so Meyer-Geschäftsführer Schmitz. Dafür seien die Aufträge wichtig für den Sanierungsprozess insgesamt. Schmitz rechnet darüber hinaus für die Meyer Werft langfristig mit weiteren Aufträgen für Konverter-Plattformen.

Rostock-Warnemünde wird zum Zentrum für Offshore-Windenergie: Neptun-Smulders baut künftig riesige Konverterplattformen im Auftrag von 50Hertz.

Einiges muss noch geklärt werden – etwa, wie das Aufladen der benötigten großen Batteriesysteme funktionieren kann.

Ursache waren möglicherweise Schweißarbeiten an dem Schiffsneubau. Die Polizei ermittelt aber noch in Papenburg.

Das gelte vorerst für vier Schiffe, teilte die Landesregierung mit. Bisher war die Endausstattung in den Niederlanden geplant.

Die Gründung eines Aufsichtsrates war eine Bedingung für die Rettung des in der Krise steckenden Unternehmens.