Eugen Haaf ist einer der erfahrensten Football-Trainer in Deutschland. Mit den Ingolstadt Dukes gelang ihm schon zweimal der Aufstieg in die GFL 1. Haaf hat schon alles erlebt. Spiele im knöcheltiefen Matsch, aber auch Hitzeschlachten. Und solch eine steht Haaf und seiner Mannschaft, den Augsburg Centurions, an diesem Samstag bevor. Denn dann erwartet der GFL2-Aufsteiger um 16 Uhr die Gießen Golden Dragons im Rosenaustadion. Dann werden in Augsburg 32 Grad im Schatten erwartet. Auf dem Spielfeld werden es wohl über 40 Grad werden.
„Das ist eine schwierige Situation für uns Footballer, aber wir haben einen riesengroßen Vorteil: Wir haben weiße Helme“, sagt Haaf. Da staue sich die Hitze nicht so. „Man glaubt es kaum, aber das macht viel aus. Ich achte immer auf viel Weiß in der Kleidung. Und auch unsere roten Trikots heizen sich nicht so auf.“
Pavillons, Wasserschläuche und viel Eis
Am Spielfeldrand werden dann aufgestellte Pavillons Schatten spenden, wie Centurions-Chef Daniel Metzler erklärt. „Das haben wir uns von der GFL genehmigen lassen.“ Sie werden so platziert, dass sie die Live-Übertragung nicht stören. Dazu kommen Wasserschläuche, die Abkühlung bringen, und Eis in jeder Form. „Da haben wir viel im Marschgepäck“, sagt Haaf.
Aber auch taktisch wird die Hitze das Augsburger Spiel beeinflussen. „Wir müssen unsere Rotationen schlau angehen und versuchen, immer wieder frische Füße auf das Feld zu bringen. Da werden die Coaches viel Arbeit haben und viel Fingerspitzengefühl benötigen, damit wir immer die beste Formation auf dem Feld haben.“
Centurions-Trainer Eugen Haaf: „Haben unsere Hausaufgaben erledigt“
Denn gegen Gießen haben die Centurions noch etwas gut zu machen. Im ersten Punktspiel unterlagen die Augsburger in Gießen mit 29:46. Dabei führten die Centurions schon mit 20:0. Doch dieses Spiel ist für Haaf kein Maßstab mehr. Drei Wochen vor Saisonbeginn war der eigentliche Stamm-Quarterback, Terrence Detrick Shambry II, mit einer schweren Knieverletzung ausgefallen.

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Centurions-Coach Eugen Haaf und seine Mannschaft gehören in der GFL2 zur Spitze.
Foto: Michael Hochgemuth
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Centurions-Coach Eugen Haaf und seine Mannschaft gehören in der GFL2 zur Spitze.
Foto: Michael Hochgemuth
Zudem kamen Defensive Coordinator Brian Casey und Runningback Khalfani Muhammad erst in der Woche vor dem Punktspielstart nach Augsburg. „Damals haben uns sechs Wochen Vorlaufzeit gefehlt. Wir mussten quasi aus dem Stand in die Punktspiele und haben die ersten zwei auch verloren. Mittlerweile haben wir unsere Hausaufgaben erledigt“, erklärt Haaf. Und wie. Nach den Niederlagen in Gießen und bei den bisher ungeschlagenen Wiesbaden Phantoms landeten die Centurions drei Siege in Folge. Damit sind sie punktgleich mit Montabaur die engsten Verfolger Wiesbadens.
Gießen Golden Dragons mit drei Niederlagen in Serie
Bei Gießen hingegen zeigt das Formbarometer nach unten. Zuletzt setzte es drei Niederlagen in Folge. Trotzdem warnt Haaf davor, den Gegner zu unterschätzen. Allerdings haben die Centurions in den vergangenen drei Spielen nicht nur viele Touchdowns, sondern auch viel Selbstbewusstsein gesammelt. „Die Gegner haben jetzt Probleme, unsere ganzen Offensiv-Optionen abzudecken“, sagt Haaf.
Centurions-Offensive ist eine der besten in der Liga
Das Laufspiel von Runningback Khalfani Muhammad, das Passspiel von Quarterback Luis Wittmann mit seinen Wide Receivern Tim Benschuh und Jalin Goodman gehört in den GFL2 zum Besten, was es dort zu sehen gibt. Dazu kommt eine stabile Verteidigung. „Jetzt geht der Kampf um Platz zwei und drei los“, sagt Haaf. „Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben, ist es schon unser Ziel, uns da oben festzusetzen.“
Football, Hochzeit, Public Viewing – im Rosenaustadion ist einiges geboten
Auf dem Spielfeld sind die Centurions also längst in der GFL2 angekommen. Und auch in der Spieltagsorganisation sehen sie sich nach dem Umzug in die Rosenau und einem holprigen Start gerüstet. Centurions-Chef Daniel Metzler ist zuversichtlich, die durchaus komplexen Anforderungen und Auflagen im Griff zu haben. „Wir hatten ja ein gutes und positives Gespräch, in dem alle Punkte angesprochen wurden.“ Am Samstag folgt nun die Nagelprobe. Denn dann findet zusätzlich in der Stadiongaststätte eine Hochzeit und später am Abend noch im Biergarten auf dem Stadiongelände ein Public Viewing des WM-Spiels Deutschland gegen die Elfenbeinküste statt. Metzler sieht aber wenig Überschneidungspunkte.
Nach dem Football zum Public Viewing?
Die Footballer sollten ihren Spieltag schon abgewickelt haben und die Fans, die noch da sind, gehen vielleicht noch zum Public Viewing. Beim Anpfiff des Deutschland-Spiels um 22 Uhr soll es noch 25 Grad haben.