125 Jahre Kirmes auf den Rheinwiesen in Oberkassel – dieses bemerkenswerte Jubiläum wird dieses Jahr gefeiert. Genau vier Wochen vor dem Start haben die Veranstalter, der St. Sebastianus Schützenverein 1316, detailliert vorgestellt, was die Besucher in diesem Jahr erwartet. „Die Königin der Volksfeste“ strahle bald wieder, sagte Schützen-Chef Andreas-Paul Stieber bei der Pressekonferenz nur wenige Meter vom Veranstaltungsort entfernt, auf dem schon die ersten Wohnwagen der Schausteller stehen.

34 Schausteller werden in diesem Jahr zum ersten Mal dabei sein, mit Gastronomien und Fahrgeschäften. Darunter sollen auch zwei „Weltneuheiten“ sein. Unter den weiteren Attraktionen sind auffallend viele, die für Kinder geeignet sind. Kein Zufall, wie die Schützen betonen: „Wir sind und bleiben eine Familienkirmes, die für jedes Alter und jeden Geschmack etwas bietet“, sagte Manfred Kirschenstein, Vorsitzender der Platzkommission der Rheinkirmes.

Insgesamt habe es in diesem Jahr wieder rund 1000 Bewerbungen für die 300 Standplätze gegeben, die „Attraktivität ist ungebrochen“, so Kirschenstein. „Wir hätten die Fläche dreimal bestellen können.“ Manche der Neuzugänge werden auch an einem neu eröffneten Weg nahe der Rheinkniebrücke aufgebaut, dem „Deichweg“. „Mit dem neuen Weg haben wir auf der vorhandenen Fläche zusätzlichen Raum für mehr Attraktionen geschaffen“, so Sven Gerling, Geschäftsführer der St. Sebastianus Veranstaltungs GmbH. Elf Schausteller fänden dort ihre Heimat, darunter auch eine der Neuheiten. Die Schützen erwarten in diesem Jahr rund vier Millionen Besucher.

Die Fahrgeschäft-„Weltneuheiten“ heißen Oracle und Invader. Ersteres ist in erster Linie etwas für Menschen, die auf der Suche nach dem Adrenalin-Kick sind. Damit können sich die Besucher auf wilde Fahrten in einem Gefährt freuen, das die Fahrgäste an zwei Armen in verschiedene Richtungen durch die Luft schleudert. Das Programm soll jedoch auch an das Publikum angepasst werden können, was ein etwas ruhigeres Fahrerlebnis möglich machen soll.

Außerdem soll erstmals das Fahrgeschäft Invader aufgebaut werden, das so neu ist, dass es davon noch nicht einmal Fotos gibt. Das Rundfahrgeschäft verfügt über 16 frei schwingende offene Gondeln. Neben Licht-, Sound- und Spezialeffekten sollen sich die Fahrten durch dynamische Bewegungen und überraschende Richtungswechsel auszeichnen. Hinter beiden Attraktionen steht nur noch ein kleines Fragezeichen, obwohl die Verträge unterschrieben sind. Invader soll in diesem Jahr wohl schon mehrere Feste abgesagt haben. Hintergrund sind unter anderem wohl ausstehende Genehmigungen. Platzkommissionschef Kirschenstein geht davon aus, dass es wie geplant klappt. Alternativen stünden im Zweifel aber bereit.

Besonders familienfreundlich soll das rundum überarbeitete und damit zu den Neuzugängen gezählte „Dr. Archibald Master of Time“ gehören, ein transportables Virtual-Reality-Fahrgeschäft. Die Besucher tragen während der Fahrt VR-Brillen und sollen damit in besondere Welten eintauchen können. Abends kann das Fahrgeschäft mit einer optionalen Horror-Version betrieben werden.

Mit dem sonst vom Oktoberfest bekannten Berg- und Talkarussell „Rund um den Tegernsee“ sowie dem Überkopf-Fahrgeschäft „Mondlift“ kommen außerdem zwei Klassiker erstmals nach Düsseldorf. Bei Letzterem fahren die Gäste ohne Schulterbügel und werden nur durch die Fliehkraft in den Sitzen gehalten.

Erstmals dabei ist in diesem Jahr beispielsweise Lokma Paradise. Lokma sind frittierte und süße Teigbällchen. Neu ist auch ein Stand mit North Carolina Pulled Pork sowie eine Entenbraterei und Kaiser to Go, wo es Kaiserschmarrn auf die Hand gibt.

2025 veranstalteten die Schützen zum ersten Mal eigene Konzerte – ein Erfolg, wie sie sagen. Deshalb wird es diese auch in diesem Jahr wieder geben. Zum Auftakt am Donnerstag, 17. Juli, treten beispielsweise die Swinging Funfares auf, am Mittwoch, 22. Juli, soll es eine Festivalshow für Nachwuchstalente geben und am Donnerstag, 23. Juli, bringt „Die kleine Egerländer Besetzung“ Blasmusik mit. Insgesamt wird es sechs Musik-Events auf dem Schützenplatz an der Rheinkniebrücke geben, fünf davon sind kostenlos, beim sechsten wird der Eintrittspreis gespendet.

Trotz des Unglücks mit mehreren Verletzten im vergangenen Jahr soll es auch 2026 wieder ein Feuerwerk geben (Freitag, 24. Juli). Das hatten die Schützen schon zuvor entschieden. Möglicherweise wird es etwas kleiner ausfallen, jedenfalls soll die Abschussvorrichtung der Feuerwerkskörper zusätzlich gesichert werden.

Außerdem wird es zwei Drohnenshows der Firma AO Drones geben, die diese auch schon im vergangenen Jahr umgesetzt haben. Die erste ist am Dienstag, 21. Juli, um 22.30 Uhr, die zweite am Freitag, 24. Juli, um 22.15 Uhr, direkt nach dem Feuerwerk. 1200 Drohnen sollen dabei in diesem Jahr jeweils im Einsatz sein.

Ihr Sicherheits- und Verkehrskonzept wollen die Schützen eine Woche vor Kirmesbeginn bekannt geben.