Schwachstellen aufgedeckt
Ukraine gibt Verbündeten Zugang zu russischen Waffenplänen
19.06.2026 – 22:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein russischer Abfangjäger des Typs MiG-31 hebt ab (Archivbild): Die Maschine trägt am Rumpf eine Kinschal-Hyperschallrakete. (Quelle: IMAGO/Russian Defence Ministry/imago)
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Die Ukraine bündelt erbeutete russische Waffentechnik in einem neuen Portal. Verbündete erhalten dort Daten, Analysen und dokumentierte Schwachstellen.
Die Ukraine hat eine neue Onlineplattform für die Analyse erbeuteter russischer Waffentechnik gestartet. Das teilte Digitalminister Mychailo Fedorow am Donnerstag auf der Plattform X mit. Über das Portal namens „TrophyLab“ sollen verbündete Staaten, Forschungseinrichtungen und Hersteller von Verteidigungstechnologie Zugang zu technischen Daten, Analysen und bekannten Schwachstellen russischer Waffen erhalten.
Nach Angaben Fedorows umfasst das Angebot Informationen zu auf dem Schlachtfeld erbeuteten Raketen, Drohnen und Militärfahrzeugen. Nutzer könnten zudem die Bereitstellung physischer Ausrüstung für eigene Untersuchungen beantragen. Das solle die Entwicklung von Gegenmaßnahmen deutlich beschleunigen. „Was als geheimer Vorteil des Feindes gedacht war, wird nun zerlegt, um die Demokratie zu verteidigen“, erklärte der Minister.
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Auf der Webseite von TrophyLab beschreibt die ukrainische Regierung das Projekt als offizielles Portal zur Erforschung erbeuteter russischer Ausrüstung. Ziel sei es, Technologien, Forschungsergebnisse und Fachwissen verschiedener Behörden und Institutionen an einem Ort zusammenzuführen. Dadurch sollen Doppelarbeiten vermieden und neue Abwehrtechnologien schneller entwickelt werden.
Mehr als 100 erbeutete Waffensysteme erfasst
Der Webseite zufolge umfasst die Datenbank derzeit mehr als 115 erbeutete Waffen- und Ausrüstungsstücke. Dazu zählen unter anderem Teile von Hyperschallraketen des Typs Kinschal, Kampfpanzern vom Typ T-90M sowie iranischen Kamikaze-Drohnen vom Typ Shahed-136, die Russland im Krieg gegen die Ukraine einsetzt.
Die Plattform enthält laut den Angaben 79 Kategorien und Unterkategorien von Waffensystemen. Registrierten Nutzern stehen demnach bereits mehr als 225 abgeschlossene Studien aus wissenschaftlichen Instituten, Laboren und Entwicklungszentren zur Verfügung.
An dem Projekt sind neben dem ukrainischen Verteidigungsministerium zahlreiche weitere staatliche Stellen beteiligt, darunter der Militärgeheimdienst HUR, der Generalstab der Streitkräfte, das Innenministerium sowie der Inlandsgeheimdienst SBU. Die Plattform wurde im Rahmen eines von der ukrainischen Regierung genehmigten Pilotprojekts eingerichtet.
Die Ukraine hofft nach eigenen Angaben, dass internationale Partner auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse schneller neue Schutz- und Abwehrsysteme entwickeln können. Langfristig sollen alle erbeuteten Waffensysteme digital erfasst und für Forschungszwecke zugänglich gemacht werden. Ziel sei es, Gegenmaßnahmen schneller zu entwickeln, als Russland seine Technologien weiterentwickeln könne.
