Ole Werner ist bei RB Leipzig nach nur einem Jahr schon wieder Geschichte – und stolperte dem Vernehmen nach auch über Unstimmigkeiten mit Red-Bull-Fußballchef Jürgen Klopp. Aber wie viel Macht hat die Trainer-Ikone bei den Sachsen überhaupt?

„Wenn es um Trainer und große Entscheidungen geht, haben Klopp und Co., natürlich auch den Segen von Red-Bull-CEO Oliver Mintzlaff. Die haben da schon ein gehöriges Mitspracherecht“, schilderte Guido Schäfer, Ex-Fußballer und heutiger RB-Experte der „Leipziger Volkszeitung“ bei „Sport1“.

Offiziell dürfe der ehemalige Erfolgscoach von BVB und FC Liverpool bei RB und Co. nicht mitmischen „auch wegen 50+1“, betonte der Reporter. Aber: „Ohne Klopp und Co. werden keine großen Entscheidungen mehr getroffen, weder in Leipzig noch in Salzburg.“

Zwischen Klopp und Werner habe es schon vor Längerem eine „Zerrüttung“ gegeben, erzählte Schäfer. „Das ist nichts, was gestern passiert ist. Man hat vielleicht voneinander anderes erwartet.“

Werner habe irgendwann „keine Lust mehr auf die Tipps und die Anweisungen“ aus der Red-Bull-Firmenzentrale gehabt, sein Rauswurf habe vor diesem Hintergrund quasi „seit Monaten“ festgestanden, erklärte der Insider.

RB Leipzig: Umgang mit Ole Werner „katastrophal“

Den Umgang mit dem 38 Jahre alten Ex-Coach der Sachsen finde er „katastrophal“, monierte Schäfer. „Irgendjemand hat diverse Medien immer wieder gefüttert mit Intimitäten, die nichts in der Öffentlichkeit zu suchen haben. Da ging es darum, was Ole Werner vermeintlich alles nicht kann, was Klopp und Co. an ihm bemängeln. Das hat alle verletzt und beschädigt.“

Schäfer sieht ein grundsätzliches „Problem“ bei der Besetzung des Postens des RB-Übungsleiters: „Sie wollen einerseits Trainer haben, die Charisma haben, die Klasse haben, die Überzeugung haben, die mutig sind. Andererseits sollen sie dann auch so biegsam sein, um dann immer empfänglich zu sein für die Tipps der Globalen, das beißt sich.“

„Sehr, sehr fix“ sei nach seinem Kenntnisstand, dass der frühere Bundesliga-Profi Martin Demichelis die Nachfolge von Werner bei RB Leipzig antritt, so Schäfer.

Der 45 Jahre alte Argentinier steht aktuell noch beim spanischen Erstliga-Absteiger RCD Mallorca unter Vertrag.