Afrikanische und karibische Staaten fordern formelle Entschuldigungen von Ländern, die vom transatlantischen
Sklavenhandel profitiert haben, sowie Schuldenerlasse und finanzielle
Entschädigungen.

Die Forderungen sind Teil eines 19-Punkte-Plans für Reparationen, der am Ende einer dreitägigen Konferenz in Ghana verabschiedet wurde. Ghanas Resolution bei den Vereinten Nationen, die den transatlantischen Sklavenhandel als das »schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit« anerkennt, wurde im März trotz des Widerstands Europas und der Vereinigten Staaten angenommen. Beide Regionen stehen historisch in enger Verbindung mit dem System des Menschenhandels, durch das Millionen Menschen gewaltsam aus ihren Heimatländern verschleppt wurden.

Der Plan wurde von der Afrikanischen Union (AU) und der Reparationskommission der Karibischen Gemeinschaft (Caricom) verabschiedet. Er nennt keine konkreten Länder, die sich entschuldigen sollen.

Schuldenerlasse und Rückgabe geraubter Kulturgüter

Gefordert werden die Einrichtung eines globalen Reparationsfonds, umfassende Schuldenerlasse und Reformen internationaler Finanzinstitutionen, um eine gerechtere Vertretung von Staaten des Globalen Südens sicherzustellen.

Außerdem fordert der Plan die Rückgabe geraubter Kulturgüter und sterblicher Überreste von Vorfahren, Finanzierungen für Klimagerechtigkeit sowie Maßnahmen zur Aufarbeitung der Grausamkeiten, die afrikanischen Frauen und Mädchen während der Sklaverei zugefügt wurden.

Darüber hinaus werden afrikanische Staaten aufgefordert, Menschen afrikanischer Herkunft in der Diaspora ein Rückkehrrecht und Wege zur Staatsbürgerschaft zu gewähren.

12,5 Millionen versklavte Menschen

Die UN-Resolution wurde im März mit 123 Stimmen angenommen. Die USA,
Israel und 52 weitere Staaten – darunter Mitgliedsländer der
Europäischen Union und Großbritannien – stimmten dagegen oder enthielten
sich. Auch Deutschland enthielt sich.

© Lea Dohle

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An der Konferenz nahmen Staats- und Regierungschefs aus Namibia, Liberia, dem Senegal, Barbados sowie São Tomé und Príncipe teil. Auch der Vizepräsident von Äquatorialguinea war anwesend.

In der Hochphase des
transatlantischen Sklavenhandels zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert
wurden nach Informationen des Projekts SlaveVoyages der US-amerikanischen Rice University rund 12,5 Millionen Menschen in Afrika
versklavt und nach Süd- und Nordamerika sowie in die Karibik
verschleppt. Schätzungen zufolge überlebten zwischen ein und zwei
Millionen Menschen die Überfahrt nicht.

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