Die fast unendlich wirkende Vita von Friedhelm Funkel als Cheftrainer weist das eine oder andere spannende Kapitel auf. Ganze 14-mal übte der 72-Jährige dieses Amt aus – davon allein dreimal beim 1. FC Köln. Beim Durchforsten seiner zahlreichen Stationen stößt man auch auf seine fast vier Jahre andauernde Amtszeit (März 2016 bis Januar 2020) bei Fortuna, zu der er sich bis heute eng verbunden fühlt. Entsprechend geht ihm der Abstieg seines Ex-Klubs sehr nahe.

„Mir hat es sehr wehgetan, zu sehen, dass Düsseldorf abgestiegen ist“, sagt Funkel kürzlich im Talk-Format „Bit im Büdchen“. Der gebürtige Neusser bestätigt zudem, dass sich ihm bei Fortuna beinahe die Chance geboten hätte, diesen Absturz abzuwenden. „Inoffiziell gab es mal einen Kontakt. Man hat bei mir angefragt, ob ich bereit wäre, die Nachfolge von Markus Anfang zu übernehmen“, verrät Funkel. „Dann habe ich gesagt: Ja, das würde ich machen, weil ich davon überzeugt war, dass wir – das Trainerteam, die Mannschaft, ich und die Fans – es schaffen, in der Zweiten Liga zu bleiben.“

Funkel: „Die Chancen wären groß gewesen“

Ein Umstand, der ihn auch Wochen danach fassungslos zurücklässt. „Ich habe das Spiel gegen Fürth gesehen. Du gehst mit drei Punkten Vorsprung ins letzte Spiel. Dass du dann genau mit 0:3 verlierst und absteigst, das war einfach nicht notwendig. Es ist schade, denn Düsseldorf ist eine Wirtschaftskraft und hat ein tolles Stadion“, betont Funkel, der ahnt: „Das wird in der Dritten Liga megaschwer. Da kommt eine große Aufgabe auf Samir Arabi zu.“

Funkel hält viel von Arabi

Dem neuen Sportvorstand traut Funkel diese gewaltige Herausforderung samt Umbruch trotzdem zu. „In Bielefeld hat er es über zehn Jahre überragend gemacht und das Team hochgeführt. Er ist für mich der Hoffnungsträger von Fortuna, weil er die Situation und die Dritte Liga kennt. Deswegen hoffe ich, dass er viele richtige Entscheidungen trifft“, erzählt Funkel. „Das muss er auch, damit die Mannschaft möglicherweise im oberen Drittel mitspielt.“

Das wünscht Funkel dem Team zwar, ist sich aber bewusst: „Das ist nicht so einfach, denn es sind viele Traditionsvereine da – besonders aus Nordrhein-Westfalen. Es sind mehrere Vereine im Umkreis von 50 Kilometern, das ist toll. Ich glaube aber, Fortuna hätte gerne darauf verzichtet.“ Doch nun müssen sich die Rot-Weißen mit der Situation abfinden – auch wenn diese Funkel sehr nahegeht.