Luigi Pantisano und Ines Schwerdtner sind die neue Doppelspitze der
Partei Die Linke. Pantisano erhielt auf einem Bundesparteitag in Potsdam
allerdings nur rund 53 Prozent der abgegebenen Stimmen, Schwerdtner
wurde mit knapp 86 Prozent im Amt bestätigt. Pantisano wurde zum
Nachfolger von Jan van Aken gewählt, der aus gesundheitlichen Gründen
nicht mehr antrat. Gegenkandidierende gab es nicht.
Schwerdtner war zum ersten Mal im Oktober 2024
zur Parteichefin gewählt worden. Sie und van Aken hätten von den
Delegierten damals einen Vertrauensvorschuss bekommen, sagte Schwerdtner. »Und ich kann für mich sagen, dass ich in diesen letzten
zwei Jahren unglaublich viel von euch gelernt habe.« Sie wolle mit der Partei weiter gegen die von
der schwarz-roten Bundesregierung geplanten Kürzungen kämpfen. »Wir
kämpfen für jede Sozialarbeiterin in der Kommune, für jeden Sportplatz
und für jedes Kind«, rief Schwerdtner den Delegierten zu.
»Die arbeitende Klasse zurückgewinnen«
Pantisano hatte in seiner Bewerbungsrede
deutlich gemacht, dass er verstärkt Arbeiterinnen und Arbeiter erreichen wolle.
»Ich will mit euch gemeinsam die arbeitende Klasse für die Linke
zurückgewinnen«, sagte er. Pantisano sprach von den »echten
Leistungsträger:nnen im Gegensatz zu den Konzernbossen«. Der 46-jährige
Pantisano war bisher Vizechef der Linkenbundestagsfraktion.
In seiner Parteitagsrede sagte er, er »versuche auch zu polarisieren, das werdet ihr mit mir auch bekommen«. So sagte Pantisano in einem Bild-Videointerview auf dem Parteitag: »Letztlich gibt es auch gerade
gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik
macht, der AfD oder den Faschisten selbst.« Auf Nachfrage stellte Pantisano klar, dass er die Formulierung selbst für unglücklich hält. Sie sei verkürzt: »Es geht darum, dass Parteien wie die CDU die falsche Politik der AfD übernehmen und sie damit erst recht stark machen.«
Die Linke
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Jan van Aken:
»Das ist Raubbau am Körper«
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Luigi Pantisano:
Übernehmen jetzt die Aktivisten?
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Bundesparteitag der Linken:
Die Linke sagt jetzt Völkermord
Geboren wurde Pantisano 1979 in Waiblingen in Baden-Württemberg, wo er
mit seiner Frau und den beiden Kindern noch heute lebt. Seine Eltern
kamen 1966 aus Italien nach Deutschland und bekamen vier Söhne. Sein
Bruder Alfonso Pantisano ist Queerbeauftragter in Berlin. Mit Blick auf die eigene Biografie sagt Pantisano, er erinnere sich an
ein Gefühl der Verachtung – man habe auf Menschen wie ihn herabgeblickt.
Diese Verachtung sehe er auch in der Politik der Bundesregierung unter
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).