Herford. Das Marta setzt auf Kontinuität an der Spitze: Die Gesellschafterversammlung der Marta Herford gGmbH hat jetzt den Vertrag von Direktorin Kathleen Rahn um eine weitere Amtszeit verlängert. Damit wird die Kunsthistorikerin das Museum für Gegenwartskunst mindestens bis Anfang 2032 leiten.
Rahn steht seit Anfang 2022 an der Spitze des Marta. In dieser Zeit hat das Museum mehrere Veränderungen angestoßen. So wurde die zweite Etage des Altbaus umgestaltet. Dort entstanden unter anderem ein größeres barrierefreies Atelier, eine künftig öffentlich zugängliche Bibliothek sowie mit „Marta HOCH2“ ein sogenannter Dritter Ort, der vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird.
Nach Angaben des Museums sind die Besucherzahlen während Rahns Amtszeit kontinuierlich gestiegen und haben inzwischen wieder das Niveau vor der Corona-Pandemie erreicht.
Die Verdienste von Herfords Marta-Direktorin
Zudem wurde die hauseigene Sammlung ausgebaut. Mit Unterstützung des Fördervereins und des Landes Nordrhein-Westfalen konnten mehrere bedeutende Werke angekauft werden, darunter Arbeiten der Künstler Rodney McMillian und Kaari Upson. Auch durch Ausstellungen zur eigenen Sammlung rückte das Marta diesen Bereich stärker in den Fokus.
Prägend für Rahns bisherige Amtszeit war außerdem das Ausstellungsprogramm. Das Museum setzte auf gesellschaftlich relevante Themen wie Migration und digitalen Wandel sowie auf international beachtete Einzelausstellungen. Zugleich sorgten Designschauen, etwa zu Luigi Colani oder zum Recycling-Designpreis, für große Resonanz und erschlossen neue Besuchergruppen.
Für die kommenden Jahre kündigt Rahn an, den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen.„Das Marta Herford ist ein ganz besonderes Museum, das nicht nur durch seine elegante Architektur, sondern auch durch seine besondere Rolle als Leuchtturm aus Ostwestfalen heraus strahlen kann“, so die alte und neue Museums-Chefin.
Die Ziele der neuen-alten Marta-Chefin

Kathleen Rahn (links) erhält von Herfords Bürgermeisterin Anke Theisen Blumen zur Vertragsverlängerung als Direktorin des Marta. Sie bleibt damit mindestens bis 2032 Chefin des Museums.
(© Stadt Herford)
Ein besonderes Anliegen sei ihr die Verstetigung des Projekts „Marta HOCH2“ über die aktuelle Landesförderung hinaus. Das Museum solle sich weiterhin als offener Ort für alle Menschen in der Region entwickeln.
Die Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und Herfords Bürgermeisterin Anke Theisen begrüßte die Vertragsverlängerung. „In unserer kurzen Zusammenarbeit habe ich durch meine Besuche im Marta bereits vieles lernen können. Ich freue mich, dass Kathleen Rahn nicht nur die internationale Kunstszene im Blick hat und nach Herford holt, sondern sich auch aktiv um ihr lokales Publikum kümmert. Sie ist eine wichtige Stimme der Herforder Stadtgesellschaft“, sagt die Rathaus-Chefin.
Theisen weiter: „Hier werden gezielt Menschen angesprochen, die bislang vielleicht Berührungsängste mit zeitgenössischer Kunst oder Museen hatten.“
Der neue Vertrag von Kathleen Rahn gilt ab Februar 2027 für fünf Jahre.